Aussergewöhnliches Anzeigenmaterial und Editorials für den Welttag der Pressefreiheit

 

 

„Sie haben mich verhaftet, weil ich die Wahrheit geschrieben habe. Werden Sie euch festnehmen weil ihr sie lest?"

 

Das ist der Inhalt einer der von führenden Werbeagenturen ausgearbeiteten Anzeigen, die den Zeitungen weltweit zur Veröffentlichung in der kommenden Woche anlässlich des Welttags der Pressefreiheit am 3. Mai angeboten werden.

Die Anzeigen sind Teil eines Pakets aus Essays, Abhandlungen, Interviews, Infografiken, Karikaturen, Videofilmen und anderen Material, das kostenlos vom Weltverband der Zeitungen bereitgestellt wird und hier eingesehen und heruntergeladen werden kann.

WAN möchte Zeitungen und andere Medien überall in der Welt um Veröffentlichung soviel des Materials wie möglich am oder um den 3. Mai bitten. Damit soll auf die Gefahren aufmerksam gemacht werden, denen Journalisten ausgesetzt sind, die ihren Lesern und Zuschauern unabhängige Nachrichten und Informationen zur Verfügung stellen wollen..

Das Motto der Kampagne lautet „Kein Wegsperren von Informationen - Schluss mit der Inhaftierung von Journalisten“.

Das vielfältige Anzeigenmaterial dient dazu, das Bewusstsein für die Gefahr der Festnahme und Inhaftierung zu schärfen, der Journalisten in vielen Ländern ausgesetzt sind, einfach weil sie ihrem Beruf nachgehen. „Versuche jetzt, die Wahrheit zu schreiben," sagt eine der Anzeigen, in der ein Journalist in Handschellen dargestellt ist. „Die Wahrheit ist nicht immer frei," eine andere. „Wenn Journalisten ins Gefängnis geworfen werden, wie würdet ihr davon wissen?" so eine dritte Anzeige, die eine leere erste Seite einer Zeitung zeigt.

Das Material ist verfügbar in den Sprachen Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch, Russisch und Arabisch. Viele Unterlagen stehen bereits im Internet, und täglich werden Ergänzungen hinzugefügt -- bitte die Seite auf Aktualisierungen einsehen.

Die Anzeigen wurden kreiert von Sanjeev Saikia von Interact Vision Design in Indien, Tom Callaghan von Hegel Ganias und Nigel Brand in Dubai sowie von der chilenischen Agentur Veritas Publicidad in Zusammenarbeit mit der von AdForum organisierten gemeinnützigen Initiative „Act Responsible” (Verantwortungsbewusst handeln) zur Schärfung des Bewusstseins für die Bedeutung der Pressefreiheit für die Gesellschaft.

Das Paket zum 3. Mai enthält ausserdem (in Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch, Russisch, Chinesisch und Arabisch):

-  Internet-Potestschreiben und eine Liste von über 500 Journalisten, die im letzten Jahr verhaftet wurden.

-  Infografiken über die Zahl der getöteten und inhaftierten Journalisten sowie Karikaturen zum Thema Pressefreiheit.

-  Einen Videofilm der schwedischen Designschule Beckmans, produziert vom Team Armstrong in Schweden, in dem die Folgen der Inhaftierung dargestellt sind. Der Film geht an Fernsehanstalten und Zeitungsverlage zur Veröffentlichung auf deren Internetseiten.

-  Essays und Abhandlungen über die persönlichen Geschichten von festgenommenen und inhaftierten Frauen und Männern; die Verfasser sind:

-  Raul Rivero schreibt über seine ganz persönliche „Hölle“ von zwei Jahren Gefängnis in Kuba. Er beschreibt die Fälle seiner Kolleginnen und Kollegen, die immer noch inhaftiert sind, und den aktuellen Zustand des Journalismus in Kuba.

-  Massoumeh Shafii , Ehefrau des inhaftierten iranischen Journalisten Akbar Ganji, schreibt über die Folgen der Inhaftierung von Journalisten für deren Familien. Akbar Ganji, Träger der „Goldenen Feder der Freiheit“ des WAN im Jahr 2006, ist erst kürzlich aus dem Gefängnis freigekommen. Seine Strafe hätte sechs Jahre betragen.

-  Die burmesische Journalistin San San Nwe schreibt eine persönliche Abhandlung über ihren inhaftierten Kollegen U Win Tin und den Einfluss, den die Aufmerksamkeit der internationalen Staatengemeinschaft auf ihre Fälle hatte. San San Nwe, die nach sieben Jahren aus dem Gefängnis entlassen wurde, und U Win Tin, der seit 17 Jahren in Haft ist, wurden im Jahr 2001 mit der „Goldenen Feder der Freiheit“ des WAN ausgezeichnet.

Pius Njawe, einer der prominentesten afrikanischen Journalisten und 126 Mal in Haft genommen, schreibt über seine Erlebnisse als Journalist in Kamerun, die Vorwürfe, die er sich macht, weil er während seiner Haftzeit seine Familie nicht hat schützen können, und seine Sicht des Journalistenberufes nach über drei Jahrzehnten als Redakteur.

-  Der Autor Hamid Skif schreibt darüber, was passiert, wenn die internationale Staatengemeinschaft Journalisten den Rücken kehrt, die unter extremer Unterdrückung leiden. Konkret geht es um den Fall des Journalisten Abdullah Ali al-Sanussi al-Darrat, der 1973 in Libyen inhaftiert wurde. Es gibt keinerlei Nachricht über seinen Gesundheitszustand oder den Haftort. Es ist nicht einmal bekannt, ob er überhaupt noch lebt. Kein anderer Journalist ist länger in Haft als er.

WAN bittet, dass Zeitungsverlage und Internetseiten das Material am oder nahe dem 3. Mai veröffentlichen. Klicken Sie hier.

Der in Paris ansässige WAN, die globale Organisation der Zeitungswirtschaft, schützt und fördert die Pressefreiheit in aller Welt. Er vertritt 18.000 Zeitungen. Ihm sind 73 nationale Zeitungsverbände, Zeitungen und Führungskräfte der Zeitungen in 102 Ländern, 11 Nachrichtenagenturen, neun regionale und weltweite Presseverbände.

Anfragen an: Larry Kilman, Director of Communications, WAN, 7 rue Geoffroy St Hilaire, 75005 Paris, Frankreich; Tel.: +33 1 47 42 85 00, Fax: +33 1 47 42 49 48, Mobil: +33 6 10 28 97 36, E-Mail: lkilman@wan.asso.fr.

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