Jugendlich denken - die Zeitungsstrategie für die Zukunft

 

 

Die Zeitungen in aller Welt wappnen sich für die Zukunft. Sie verändern sich mit grossem Tempo, um ihren Reiz für junge Leser zu erhöhen. Einige der interessantesten Beispiele sind Gegenstand der 7. Weltkonferenz „Junge Leser“, die vom 25. bis 28. März in Washington, D.C. stattfindet.

 

Auf der Tagesordnung der Konferenz, die vom Weltverband der Zeitungen veranstaltet und von der Stiftung des amerikanischen Zeitungsverbands ausgerichtet wird, stehen ferner Fallstudien, Umfrageergebnisse und viele verschiedene Konzepte zur Gewinnung junger Leser.

Ausführliche Konferenzinformationen finden sich unter www.wan-press.org/washington/de.

Die Sitzung „Jugendlich denken“ dreht sich um die Übernahme von Nachrichten und Informationen für junge Leser aus dem „Ghetto“ spezieller Jugendseiten in die Zeitung als Ganzes.

„Nachrichten für und über Kinder und Jugendliche müssen da zu finden sein, wo auch die anderen stehen - auf der Titelseite ebenso wie im Nachrichten-, Sport- und Lokalteil“, so Esben Seerup, Geschäftsführender Redakteur bei der Regionalzeitung „Fyens Stiftstidende“ im dänischen Odense. Dort hat man sich nach einer Erörterung des Themas auf der Weltkonferenz „Junge Leser“ 2005 dem Konzept „jugendlich denken“ verschrieben.

Die Kunst bestehe darin, die älteren Leser dabei nicht zu vergraulen. „Aber überraschenderweise geht das, und es ist auch gar nicht so schwierig“, so Seerup.

Welche Erfahrungen man bei „Fyens Stiftstidende“ gemacht hat, wird Seerup auf der Konferenz in Washington erläutern. Im Einzelnen berichtet er über.

-  die Einführung einer „Jugendredaktion“, in der acht bis zehn Jugendliche unter 18 Jahren Artikel für die wichtigsten Nachrichtenseiten schreiben;

-  die Errichtung eines Netzes aus „Schulreportern“ aus Schulen in Odense, von denen die Zeitung mit Kurznachrichten versorgt wird;

-  die Einführung des „Medienlagers 2006“. Im Rahmen dieses Seminars verbrachten 17- bis 19jährige angehende Journalisten aus ganz Dänemark eine Woche bei „Fyens Stiftstidende“. In dieser Zeit erstellten sie für das Blatt vier grossformatige Seiten. Das Lager soll im Rahmen des dänischen Programms „Zeitung in der Schule“ auf andere Zeitungshäuser ausgedehnt werden;

-  den Abdruck von Rezensionen von Kindern über Computerspiele, Musik und Filme im Kulturteil;

-  die Errichtung eines „Medienlabors“, in dem 13- bis 19jährige Schüler einen Tag lang als Journalist arbeiten können.

„Unser Konzept für junge Leser hat zwei Seiten. Zum einen müssen wir möglichst viele Geschichten von jungen Leuten für junge Leute im Hauptteil abdrucken, zum anderen müssen wir die jungen Leser mit den Medien erreichen, die sie auch nutzen“, so Seerup.

Diese Strategie habe eine Palette aus verschiedenen Medien entstehen lassen, die inzwischen neben der „Fyens Stiftstidende“ mit einer Tagesauflage von 61.000 Exemplaren die schnell wachsende Internetzeitung www.fyens.dk mit 80.000 Einmalaufrufen pro Woche, die Gratiszeitung „Xtra“ und den Privatradiosender „Radio 3“ umfasse, der 2004 auf Sendung gegangen sei und sein Programm 2005 auf eine jüngere Hörerschaft umgestellt habe. Inzwischen erreiche der Sender 100.000 Hörer pro Woche.

Darüber hinaus stehen die folgenden Themen auf der Tagesordnung:

-  Altersgruppen als Zielgruppen. Gegenstand dieser Sitzung ist die Frage, womit man verschiedene Altersgruppen als Leser gewinnen kann. Die Antwort lautet: innovative Redaktionskonzepte, Werbemassnahmen, Konvergenzmethoden und Einsatz von Zeitungen im Schulunterricht.

-  Neue Umfragen für eine neue Ära. Auf dieser Sitzung wird die globale Studie „Young Reader DNA“ (dt. „die DNS junger Leser“) vorgestellt. Dabei handelt es sich um die bislang grösste Umfrage zur Mediennutzung junger Leute. Mit den gesammelten Daten sollen die Zeitungen in die Lage versetzt werden, eine neue Lesergeneration für sich zu gewinnen. Die von der in Toronto ansässigen Firma D-Code im Auftrag des Weltverbands der Zeitungen durchgeführte Studie soll als Grundlage für eine Verbesserung der globalen und lokalen Strategie und Taktik zum Erreichen junger Leser und der Versorgung junger Leser mit Nachrichten und Informationen dienen.

-  Diskussionsrunden in mehreren Sprachen zum Ideen- und Erfahrungsaustausch in Sachen junge Leser und Zeitung in der Schule.

-  30 tolle Ideen in 30 Minuten. Dieser Wettbewerb ist fester Bestandteil der Weltkonferenzen „Junge Leser“. In aller Schnelle werden die besten Strategien zur Gewinnung junger Leser vorgestellt.

-  So haben wir’s gemacht. Verlage, die für ihre innovativen und erfolgreichen Initiativen zur Gewinnung junger Leser mit dem „Internationalen Preis junge Leser“ ausgezeichnet wurden, plaudern aus dem Nähkästchen.

-  Die Anderen. Die Erfahrungen anderer Medien und Branchen, die feste Beziehungen zu Kindern und Jugendlichen aufgebaut haben.

-  Direkt von der Quelle. Junge Leute aus sieben Ländern äussern ihre Meinung darüber, wie sich die Zeitungen als Ganzes oder mit Hilfe von Sonderteilen oder Unterrichtsprogrammen für sie und ihre Altersgenossen interessanter machen können.

Viele weitere Themen runden das Konferenzprogramm ab. Einzelheiten finden sich unter www.wan-press.org/washington/de.

Es stehen Simultandolmetscher für die Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch zur Verfügung.

Die 6. Weltkonferenz „Junge Leser“ findet mit freundlicher Unterstützung des norwegischen Papierherstellers Norske Skog und des amerikanischen Zeitungsverbands statt. Weitere Sponsoren sind die führenden amerikanischen Zeitungshäuser Schurz Communications Inc., Landmark Communications Inc., The Washington Post, Cox Newspapers Inc. und Gannett Company Inc.

Die Möglichkeit eines Sponsorenauftritts steht auch anderen Unternehmen offen. Auskunft erteilt Donna Pentier, Direktorin, WAN-Training & Events, dpentier@wan.asso.fr.

Der in Paris ansässige WAN repräsentiert als globale Organisation der Zeitungswirtschaft 18.000 Zeitungen. Ihm sind 76 nationale Zeitungsverbände, 12 Nachrichtenagenturen, 10 regionale und internationale Presseverbände sowie Zeitungsunternehmen und Einzelmitglieder in 102 Ländern angeschlossen.

Auskunft erteilt: Larry Kilman, Director of Communications, WAN, 7 rue Geoffroy St Hilaire, 75005 Paris, Frankreich; Tel: +33 1 47 42 85 00, Fax: +33 1 47 42 49 48, Mobiltel.: +33 6 10 28 97 36; E-Mail: lkilman@wan.asso.fr.

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