Zeitungswachstum spricht gängiger Meinung Hohn

 

 


- Auflage wächst weltweit um 9,95% in fünf Jahren und um 2,36% in 12 Monaten
- Anzahl der Tageszeitungen erstmals über 10.000
- Pro Tag über 450 Millionen verkaufte Exemplare
- Mehr als 1,4 Milliarden Leser von Bezahlzeitungen
- Gratiszeitungsauflage in fünf Jahren mehr als verdoppelt

Wie aus den neuesten Daten des Weltverbands der Zeitungen hervorgeht, sind im Gegensatz zur gängigen Meinung auf dem Tageszeitungsmarkt weitere Auflagenzuwächse und bemerkenswert viele Neuerscheinungen zu verzeichnen.

 

Selbst in Nordamerika und Europa, wo die Aussichten der Branche weithin mit Pessimismus betrachtet werden, hat sowohl die Auflage wie auch die Zahl der neuen Titel zugenommen.

„Was wir zur Zeit beobachten, widerspricht vollständig der gängigen Auffassung, das Medium Zeitung sieche allmählich dahin“, so Timothy Balding, CEO des in Paris ansässigen WAN. „Den Zeitungsverlagen geht es viel besser, als gemeinhin angenommen wird. Die Zahlen bestätigen ja, dass die Branche bei robuster Gesundheit ist und die wachsende Konkurrenz durch andere Medien meistert. Man sollte die ständigen Prognosen über das Ableben der Zeitungen als das betrachten, was sie sind - eine Modeerscheinung auf der Grundlage gängiger Vermutungen, die von den Fakten Lügen gestraft werden.“ Die neuen Zahlen stammen aus der heute veröffentlichten aktualisierten Jahresstatistik des WAN mit dem Titel „World Press Trends“.

Im Einzelnen geht aus dem statistischen Jahrbuch unter anderem Folgendes hervor:

-  Bis zum Jahr 2005 - dem letzten Zwölfmonatszeitraum, für den Zahlen vorliegen - stieg die Auflage der Bezahl- und der Gratiszeitungen über fünf Jahre hinweg um 9,95 Prozent und über zwölf Monate hinweg um 2,36 Prozent. In Nordamerika erhöhte sich die Auflage binnen fünf Jahren um 0,70 Prozent; im Zwölfmonatsvergleich blieb sie praktisch unverändert. Europa verzeichnete einen Zuwachs von 2,12 Prozent in fünf Jahren und 4,18 Prozent in einem Jahr.

-  Die Anzahl der Titel auf dem Markt für zahlungspflichtige Tageszeitungen übersprang weltweit erstmals die Marke von 10.000. Mit 10.104 lag sie 13 Prozent höher als 2001, als es 8930 Titel waren.

-  Die Auflage der kostenlosen Tageszeitungen hat sich von 2001 bis 2005 mehr als verdoppelt. Sie erhöhte sich um 137 Prozent von 12 Millionen im Jahr 2001 auf 28 Millionen im Jahr 2005.

-  In Europa stieg die Gesamtauflage der Bezahl- und der Gratiszeitungen von 2001 bis 2005 um 2,12 Prozent und von 2004 bis 2005 um 4,18 Prozent. Die Anzahl der neuen Titel erhöhte sich binnen fünf Jahren um 15,86 Prozent, während sie von 2004 bis 2005 unverändert blieb.

-  In Nordamerika wuchs die Zeitungsauflage innerhalb von fünf Jahren um 0,7 Prozent, ging jedoch von 2004 bis 2005 geringfügig um 0,04 Prozent zurück. Die Anzahl der Titel dagegen verringerte sich im Fünfjahreszeitraum um 0,84 Prozent, während sie von 2004 bis 2005 um 1,21 Prozent zulegte.

„Die Zahlen sind Beleg dafür, dass bei der Anzahl der neu auf den Markt gekommenen Tageszeitungen eine stille Revolution stattgefunden hat“, so Balding. „Dieses kräftige Titelwachstum ist weder vom Markt noch von den Mediengurus wahrgenommen worden, die nur noch die digitale Revolution im Kopf haben. Aber die echten Zuwächse bei Zeitungstiteln und Zeitungsauflage gehen unaufhaltsam weiter.

In dieser Entwicklung kommt auch die weit verbreitete, aber oft übersehene Erneuerung der Zeitungswirtschaft zum Ausdruck. Viele sehen nur die Entwicklung der Digitaltechnik, aber auch das Druckerzeugnis verändert sich. Selbst in den am meisten fortgeschrittenen Ländern haben sich verbreitet neue Zeitungsformen etabliert, die neue Lesersegmente ansprechen und neue Absatz- und Vertriebswege erschließen. Und das Vordringen neuer Gratisblätter auf den Zeitungsmarkt ist die Konsequenz daraus, dass man bei vielen Verlagen die Kalkulation des Verkaufspreises überdenkt, die seit über 400 Jahren unverändert ist.“

Balding wies darauf hin, dass die Zeitungswirtschaft weltweit 180 Milliarden Dollar Umsatz und mehr Anzeigenerlöse auf sich vereint als Rundfunk-, Außen-, Kino-, Zeitschriften- und Internetwerbung zusammen. Sie gebe fast zwei Millionen Menschen Arbeit und habe in den letzten fünf Jahren über sechs Milliarden Euro in technische Anlagen investiert.

Die neuesten Daten der World Press Trends können Sie weiter unten auf der Seite herunterladen.

Der in Paris ansässige WAN setzt sich als globale Organisation der Zeitungswirtschaft für den Schutz und die Förderung der Pressefreiheit in aller Welt ein und vertritt 18.000 Zeitungen. Ihm sind 76 nationale Zeitungsverbände, 12 Nachrichtenagenturen, 10 regionale und internationale Presseverbände sowie Zeitungsunternehmen und Führungskräfte der Zeitungen in 102 Ländern angeschlossen.

Auskunft erteilt: Larry Kilman, Director of Communications, WAN, 7 rue Geoffroy St Hilaire, 75005 Paris, Frankreich; Tel: +33 1 47 42 85 00, Fax: +33 1 47 42 49 48, Mobiltel.: +33 6 10 28 97 36; E-Mail: lkilman@wan.asso.fr.

  WORLD PRESS TRENDS UPDATE
Document Word - 777.5 kb
 

© 2004 World Association of Newspapers - All Rights Reserved - Contact WAN.
Please send all technical comments regarding this site to our Webmaster