In der Präsentation „Fakten statt Märchen über die Zeitung“ teilte WAN mit, dass die Bezahlzeitungen ihre Auflage in 2006 um 1,9 Prozent auf mehr als 510 Millionen Exemplare steigern konnten. Die Anzahl der neuen Titel übersprang erstmals in der Geschichte die Marke von 11.000 Stück.
„Die Aussichten für den Zeitungsmarkt stehen im krassen Gegensatz zur gängigen Meinung“, so Gavin O’Reilly, Präsident des WAN und Vorstand der Geschäftsführung bei Independent News & Media Ltd.
„Wir in der Zeitungswirtschaft blicken sehr zuversichtlich in die Zukunft - eine Zukunft, die sich auf das stützt, was wir am besten können, nämlich sinnvolle und interessante Produkte für unsere heimischen Märkte hervorbringen, damit neue Leser gewinnen und sie für Werbekunden interessant machen“, sagte O’Reilly.
Die vorgelegten vorläufigen Zahlen sind der einmal jährlich durchgeführten Erhebung „World Press Trends“ des WAN in über 200 Ländern und abhängigen Gebieten entnommen. „World Press Trends“ wird im nächsten Monat auf dem Weltkongress der Zeitungen und dem Internationalen Forum der Chefredakteure im südafrikanischen Kapstadt vorgestellt (www.wan-press.org/capetown2007/de.
Im Einzelnen ergaben die vorab mitgeteilten Zahlen Folgendes:
Die Auflage der Bezahlzeitungen erhöhte sich um 1,9 Prozent in 12 Monaten und 8,7 Prozent in den letzten fünf Jahren. Unter Einbeziehung der Gratiszeitungen ergab sich ein Zuwachs von 4,3 Prozent.
Die Gratistitel konnten ihre Auflage in den letzten fünf Jahren auf 40,8 Millionen Exemplare mehr als verdoppeln.
Inzwischen lesen über 1,4 Milliarden Menschen täglich eine Zeitung.
Die Anzahl der Bezahlzeitungen überschritt erstmals die Grenze von 11.000 Exemplaren.
Der Printbereich ist mit einem Marktanteil von 42 Prozent weltweit der größte Werbeträger. Für sich genommen, belegen die Zeitungen mit 29,4 Prozent den zweiten Rang. „Hinter diesen Zahlen verbirgt sich die Tatsache, dass die Zeitungen als zweitgrößtes Werbemedium nach dem Fernsehen gegenwärtig mehr Werbeausgaben auf sich vereinigen als Radio, Kino, Zeitschriften und Internet zusammen“, sagte O’Reilly.
Der Werbeumsatz legte binnen 12 Monaten um 4 Prozent und innerhalb von fünf Jahren um 15,6 Prozent zu.
In den letzten 18 Monaten wurden über 6 Milliarden US-Dollar in Druckmaschinen und sonstige Produktionstechnik für Zeitungen investiert.
Der vollständige Bericht ist unter www.wan-press.org/london2007 abrufbar.
„Es besteht kein Mangel an Statistiken über Auflagen- und Leserzahlen, über die Besucherzahlen im Internet und über die Dauer der Internetbesuche. Natürlich spricht einiges für, anderes wieder gegen die Zeitungen, aber unbestreitbar ist auch, dass die Zeitung immer stärker das Massenmedium der Zukunft und nicht der Vergangenheit darstellt, weil sie eine große, weitgehend konstante, verlässliche und definierbare Abnehmerschaft aufweisen kann“, sagte O’Reilly.
Die Veröffentlichung der neuen Zahlen erfolgte auf dem Kapitalmarkttag des WAN in London. Dieser „Capital Markets Day“ ist Teil einer globalen Initiative des WAN zur Förderung des Mediums Zeitung und zur Richtigstellung einiger der absurden und schädlichen Behauptungen über dessen bevorstehenden Untergang.
An der Veranstaltung nahmen Analysten, Anlageberater und sonstige Vertreter von großen Banken und Investmenthäusern wie Bear Stearns, Citigroup, Goldman Sachs, Merrill Lynch, Morgan Stanley, UBS, Deutsche Bank, JP Morgan, Alliance Bernstein und Fidelity International teil.
Zu der Initiative gehört auch eine mehrsprachige und in mehreren Ländern durchgeführte Kampagne, mit deren Hilfe WAN ein notwendiges Gegengewicht zu den fehlerhaften Informationen über die Zeitung schaffen will. Die erste Anzeige wurde am 8. Mai in Grossbritannien und anderen wichtigen Ländern geschaltet.
Weitere Daten aus der Präsentation „Fakten statt Märchen über die Zeitung“:
Unter den etablierten Medien sind die Zeitungen weit konjunkturresistenter als ihre Wettbewerber.
Die Zeitungen sind das einzige wahre Massenmedium, weil sie gegen eine Marktaufsplitterung weitgehend immun sind.
Die Zeitungen können sich des Ansturms der digitalen Medien wesentlich besser erwehren als Rundfunk und Fernsehen.
Das Aufkommen der Breitbandtechnik hat per Saldo keine schädlichen Auswirkungen auf das Werbevolumen.
In den letzten 24 Monaten sind mehr innovative Zeitungsprodukte auf den Markt gekommen als in den 30 Jahren zuvor.
Die neuen Gratiszeitungen haben innerhalb kurzer Zeit über 40 Millionen Leser gewonnen, den größten Teil davon unter Jugendlichen.
Die Zeitungsverlage tätigen weiter große Investitionen in ihre Zukunft.
„Ich möchte behaupten, dass sich das Risikoprofil der Zeitungen verbessert hat - mit anderen Worten, die Verlage investieren wieder“, sagte O’Reilly. „Das heisst zwar nicht, dass das Medium Zeitung überall schon wieder mit Optimismus betrachtet wird, aber da sich die Bewertung der Unternehmen gerade historischen Tiefs nähert, stellen sie eine fantastische Anlagemöglichkeit dar.“
Der in Paris ansässige WAN repräsentiert als globale Organisation der Zeitungswirtschaft 18.000 Zeitungen. Ihm sind 76 nationale Zeitungsverbände, 12 Nachrichtenagenturen, 10 regionale und internationale Presseverbände sowie Zeitungsunternehmen und Führungskräfte der Zeitungen in 102 Ländern angeschlossen.
Auskunft erteilt: Larry Kilman, Director of Communications, WAN, 7 rue Geoffroy St Hilaire, 75005 Paris, Frankreich; Tel: +33 1 47 42 85 00, Fax: +33 1 47 42 49 48, Mobiltel.: +33 6 10 28 97 36; E-Mail: lkilman@wan.asso.fr. |