ACAP antwortet den Kritikern

 

 

Seit der kürzlichen Einführung von ACAP(Automated Content Access Protocol), dem neuen Standard zum Schutz geistigen Eigentums aller, die im Internet publizieren, war die Blogosphäre voll mit Stellungnahmen dazu -- und nicht alle höflich.

 

Das ACAP hat neben vielen positiven Äusserungen aber auch die unvermeidliche Kritik auf sich gezogen. ACAP und diejenigen, die es unterstützen, wozu auch der Weltverband der Zeitungen gehört, stellen sich den Fragen direkt und antworten ihren Kritikern.

Die Verlage werden in der Anwendung von ACAP weltweit bestärkt, das jedem, der Inhalt im Internet veröffentlicht ermöglicht, den individuellen Zugriff zu bestimmen und eine Sprache zu benutzen, die von Suchmaschinenrobotern gelesen und umgesetzt werden kann. Genaue Angaben zu dem Standard und dessen schnelle und einfache Anwendung finden sich unter www.the-acap.com.

ACAP ist eine Initiative des WAN, des Internationalen Verlegerverbandes und des Europäischen Verlegerrates in enger Zusammenarbeit mit Suchmaschinen zum Schutz des geistigen Eigentums aller, die Inhalt im Internet veröffentlichen wollen.

Dass ein Projekt, das die Frage des Urheberschutzes in Cyberspace zum Gegenstand hat, kritische Stimmen auf den Plan ruft ist unvermeidlich. ACAP will jetzt auf diese kritischen Stimmen reagieren, von denen einige - wenn auch nicht alle - durchaus überlegt sind und sich auf gute Informationen stützen.

Antworten auf die am meisten geäusserte Kritik finden sich unter www.the-acap.org/critics.php.

Nachstehend sind einige Kritiken und die ACAP-Antworten aufgeführt:

„Verleger sind keine Dinosaurier, die das Internet nicht verstehen”

Die Verlagshäuser, die sich mit ACAP befassen, gehören zu den grössten und erfolgreichsten Online-Verlagen, mit Erfolgen, die ihnen nicht einfach so in den Schoss gefallen sind. Vielmehr beschäftigen sie technisch hoch qualifizierte Mitarbeiter und Marketing-Fachleute, die mindestens soviel vom Publizieren im Internet verstehen wie ihre Kritiker. Natürlich kann man über Strategien im Internet-Publizieren unterschiedlicher Meinung sein - auch die Einstellung der Verlage zu den verschiedenen Medien ist keineswegs einheitlich -- aber die Behauptung, dass Verleger, die sich mit der Entwicklung langfristiger Strategien für ihre Unternehmen befassen, durchweg alt seien, schlecht unterrichtet und den Anschluss verloren hätten, ist wirklich eine grobe Unhöflichkeit.

„Verlage, die Geschäftsabschlüsse mit den Suchmaschinenbetreibern tätigen wollen, können das bereits tun - sie brauchen ACAP nicht”

Geschäftsbeziehungen im Internet sollten nicht einfach aus Transaktionen zwischen sehr grossen Unternehmen bestehen - dass jeder Verlag getrennte Vereinbarungen mit jedem Suchmaschinenbetreiber abschliesst, ist einfach unpraktisch, selbst wenn die Suchmaschinenbetreiber bereit wären, sich auf Gespräche einzulassen. ACAP hingegen funktioniert einfach, ist wirksam und kostenlos für alle Unternehmen, grosse und kleine, durch die Möglichkeit, Genehmigungen auf automatischem Wege weiterzugeben, die sonst zahlreiche, sachlich komplizierte Abschlüsse von beiden Seiten erforderlich machen würden. Ziel von ACAP ist, der Mehrheit der kleinen Verlage, Blogger, kleinen Suchmaschinen und anderen innovativen Gestaltern und Mittelspersonen, den Zugang zum wachsenden Markt der Internetinhalte auf Vertrauen gestützt zu ermöglichen.

Es gibt und wird auch in Zukunft einige Verlage geben, die tatsächlich mit einigen Suchmaschinen Vereinbarungen geschlossen haben. Wir aber haben durch unsere Arbeit an diesem Pilotprojekt die Erkenntnis gewonnen, dass ACAP für eine beträchtliche Mehrheit eine grosse Lücke schliesst. Gäbe es keine Lücke zu schliessen, verschwendeten wir unsere Zeit.

„Die grossen Suchmaschinenbetreiber sind nicht beteiligt, verschwenden Sie also nicht Ihre Zeit ”

Grosse Suchmaschinenbetreiber sind in das Projekt eingebunden. Exalead, die weltweit viertgrösste Suchmaschine ist in vollem Umfang an dem Projekt beteiligt.

Fehlende Unterstützung durch die grossen Suchmaschinen hat nicht mangelndes Engagement bedeutet - keineswegs, sondern genau das Gegenteil. Unsere offene auf Zusammenarbeit ausgerichtete Vorgehensweise hat es möglich gemacht, dass alle - Mitglieder und Nichtmitglieder - sehen können, was wir getan haben und wenn sie mögen selbst einen Beitrag beisteuern können. Das bedeutet praktisch gesehen, dass ACAP grossen Nutzen aus Input, technischem Wissen und stillem Wissen aller grossen Suchmaschinen gezogen hat, wenn auch eher auf „informelle“ Art und Weise. Eine grosse Zahl Vertreter von Yahoo, Microsoft und Google war bei der Einführung in New York dabei. Wir sehen sie als Freunde an, mit denen wir zusammenarbeiten und freuen uns darauf, diese Zusammenarbeit in Zukunft noch enger zu gestalten..

„Hierbei geht es nur um Geld für Verlage”

Nein: aber niemand würde abstreiten, dass es teilweise um Geld geht.

Verleger schämen sich nicht, Geld mit ihrer verlegerischen Arbeit zu verdienen - genau das ist ihr Geschäft. Hochwertiger Inhalt ist teuer und muss sich bezahlt machen. Wichtig ist also, daran zu denken, dass Autoren bei einem Verleger Verwertung/Schutz ihrer Arbeit suchen, die dieser in ihrem Namen übernehmen soll. ACAP wird dazu beitragen, die Verantwortung der Verlage gegenüber ihren Autoren zu erfüllen, deren Arbeit optimal zu entwickeln und zu betreuen.

Eigentümer von Inhalten investieren beträchtliche Summen in die Herstellung und den Vertrieb von Büchern, Filmen, Zeitungen, Internetseiten und zahllose andere Arten von Inhalt. Sie müssen also in der Lage sein, einen angemessenen Ertrag aus dem investierten Kapital zu erwirtschaften. Geschäftsmodelle ändern sich und Verlage brauchen mit dem Entstehen neuer Geschäftsmodelle ein flexibles und erweiterungsfähiges Instrument. ACAP ist in Bezug auf Geschäftsmodelle völlig agnostisch, kann aber gewährleisten, dass es Eigentümern von Inhalten möglich gemacht wird, das Geschäftsmodell ihrer Wahl zu nutzen. Wenn ein Eigentümer von Inhalt ein solches finden kann, das für dessen Nutzer und für ihn selbst funktioniert, werden sie erfolgreich sein. Wenn nicht, ist Misserfolg angezeigt. Entschieden wird dies nicht von ACAP, sondern vom Publikum. ACAP stellt also einen Gewinn für beide dar, die publizierende Online-Gemeinde und die Leser und Nutzer von Inhalten mit dem Versprechen von mehr hochwertigen Inhalten und mehr Innovationen beim Publizieren im Internet.

Der in Paris ansässige Weltverband der Zeitungen setzt sich weltweit für die Pressefreiheit und für die wirtschaftlichen Interessen der Zeitungsverlage ein. Als globale Organisation der Zeitungswirtschaft vertritt er 18.000 Zeitungen. Ihm sind 77 nationale Zeitungsverbände, 12 Nachrichtenagenturen, 11 regionale und internationale Presseverbände sowie Zeitungsunternehmen und Führungskräfte der Zeitungen in 102 Ländern angeschlossen.

Anfragen an: Larry Kilman, Director of Communications, WAN, 7 rue Geoffroy St Hilaire, 75005 Paris, Frankreich. Tel: +33 1 47 42 85 00. Fax: +33 1 47 42 49 48. Mobil: +33 6 10 28 97 36. E-Mail: lkilman@wan.asso.fr.

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