Neue Untersuchung des Medienkonsums junger Leute widerlegt gängige Vorurteile

 

 

Wie aus einer neuen Studie hervorgeht, ist das Fernsehen für junge Leute trotz der wachsenden Bedeutung des Internets nach wie vor die wichtigste Informationsquelle, und auch die Zeitungen können sich ihrer Aufmerksamkeit sicher sein.

 

Die Umfrage unter 3500 jungen Leuten von 15 bis 29 Jahren in den USA, den Niederlanden und Finnland ergab aber auch, dass viele unterschiedliche Informationsquellen genutzt werden.

„Anscheinend sind den jungen Leuten der Nutzen der Zeitung und die Unterschiede gegenüber anderen Nachrichtenmedien nicht bewusst“, so Robert Barnard, Gründer und Gesellschafter des kanadischen Unternehmens DECODE, das die Umfrage im Auftrag des Weltverbands der Zeitungen und seiner Partner in den drei Ländern durchführte. „Sogar in der Kategorie Glaubwürdigkeit und Tiefe der Berichterstattung wird das Fernsehen immer noch als führend wahrgenommen.“

Gleichwohl zeigen die Studienergebnisse, die am Dienstag auf dem Weltkongress der Zeitungen im schwedischen Göteborg vorgestellt wurden, dass die Zeitungsverlage im Wettbewerb um die Gunst der jungen Leser gut gerüstet sind, wenn sie mit entsprechendem Engagement an diese Aufgabe herangehen.

Im Einzelnen lassen sich aus der Untersuchung, mit deren Hilfe die Zeitungsunternehmen die Bedürfnisse der jüngeren Leser besser kennenlernen sollten, die folgenden Erkenntnisse ziehen:

-  Junge Leute interessieren sich für Nachrichten und wissen, dass es nützlich ist, gut informiert zu sein.

-  Treue Zeitungsleser sind besser informiert, engagierter und stärker sozial eingebunden als Nichtleser.

-  Zum Zeitungslesen gebracht werden junge Leute vor allem durch ihre Eltern (vor allem die Mütter) und Lehrkräfte, weniger durch Gleichaltrige.

-  Die Zeitungen müssen früher deutlich machen, wie sich ihre Nachrichten von denen anderer Medien unterscheiden und ihnen überlegen sind. Das sollte auf unterschiedliche Art und Weise sowie unter Betonung des Inhalts und nicht des Formats geschehen.

-  Mit dem Fortzug junger Leute aus dem Elternhaus biete sich den Zeitungen eine wichtige Chance. Die Studie zeigt, dass die Leserzahlen in dieser Lebensphase stark rückläufig sind, obwohl das Nachrichteninteresse so gross ist wie nie.

-  Das Nachrichtenangebot der Zeitungen hat mit den Interessen junger Leute wenig zu tun. Und wenn sich einmal ein Artikel mit jungen Leuten beschäftigt, dann in den meisten Fällen negativ. Der Umfrage zufolge sind die Hauptinteressen junger Menschen Musik und Film. Politik rangiert zwischen Platz 30 und 40.

-  Soziale Netzwerke können Verbündete der Zeitungen und nicht Gegner sein. Ihre Nutzer sind zwar generell medienfreundlicher, aber auch die Anzahl der Zeitungsanhänger unter ihnen ist höher als bei anderen Medienkonsumenten.

Die Daten wurden Anfang 2008 von TNS Global Research für verschiedene Altersgruppen erhoben. Grundlage waren telefonische Befragungen, Postwurfsendungen und Internetanzeigen.

WAN und DECODE beabsichtigen, die Untersuchung auf andere Länder auszuweiten. Nationale Zeitungsverbände, die Interesse an einer Teilnahme haben, wenden sich bitte an Herrn Barnard, E-Mail: robert@decode.net.

Die Ausarbeitung der Studie erfolgte mit freundlicher Unterstützung des norwegischen Papierproduzenten Norske Skog. Begleitende Unterstützung in den drei beteiligten Ländern leisteten der Zeitungsverband Newspaper Association of America (USA), die Stiftung Helsingen Sanomat (Finnland) sowie Stichting Krant in de Klas und School of Media VU/Windesheim mit finanzieller Beteiligung der zwei Stiftungen The Netherlands Press Fund and the Foundation for Democracy and Media.

Der in Paris ansässige Weltverband der Zeitungen setzt sich weltweit für die Pressefreiheit und für die wirtschaftlichen Interessen der Zeitungsverlage ein. Als globale Organisation der Zeitungswirtschaft vertritt er 18.000 Zeitungen. Ihm sind 77 nationale Zeitungsverbände, 12 Nachrichtenagenturen, 11 regionale und internationale Presseverbände sowie Zeitungsunternehmen und Führungskräfte der Zeitungen in 102 Ländern angeschlossen.

Auskunft erteilt: Larry Kilman, Director of Communications, WAN, 7 rue Geoffroy St Hilaire, 75005 Paris, Frankreich; Tel.: +33 1 47 42 85 00, Fax: +33 1 47 42 49 48, Mobiltel.: +33 6 10 28 97 36; E-Mail: lkilman@wan.asso.fr.

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