Neuer Bericht verdeutlicht die Wettbewerbsfähigkeit der Zeitungen im Digitalzeitalter

 

 

Inmitten einer globalen Rezession und täglicher Unkenrufe über den „Niedergang“ der Zeitungen beweist ein neuer Bericht, dass das Medium Zeitung langfristig eine Zukunft hat. Er vermittelt einen Eindruck davon, was die Verlage tun und tun können, um den Herausforderungen der sich wandelnden Medienlandschaft gerecht zu werden.

 

Unter anderem heisst es in dem Bericht, dass die Verbraucher bereit seien, für das Inhaltsangebot der Zeitungen im Internet zu bezahlen.

Der von PricewaterhouseCoopers in Zusammenarbeit mit dem Weltverband der Zeitungen erstellte Bericht befasst sich im Wesentlichen mit dem veränderten Verhalten der Zeitungsnutzer und der entsprechenden Reaktion der Zeitungsverlage, Anzeigenkunden, Werbeagenturen und Mediaeinkäufer.

Die Autoren stellen „Moving into multiple business models: An outlook for newspaper publishing in the digital age“ auf der Konferenz „Die Kraft des gedruckten Worts“ vor, die am 27. und 28. Mai in Barcelona (Spanien) stattfindet. Anmeldungen sind noch möglich; ausführliche Angaben finden sich unter www.wan-press.org/powerofprint2009/....

Dem PwC-Bericht liegen eine Befragung von 4900 Verbrauchern in sieben Ländern, Gespräche mit Vertretern von grossen Verlagen, Anzeigenkunden und Mediaeinkäufern weltweit sowie Branchenberichte, Analystenmeinungen und PwC-eigene Daten zugrunde. Der Bericht kann in englischer Sprache von der Internetseite www.wan-press.org/article18128.html (unten auf der Seite) heruntergeladen werden.

Die wichtigsten Aussagen des Berichts sind im Folgenden aufgeführt.

-  Trotz des grossen Wachstumspotenzials im Internet stellt die gedruckte Ausgabe weiterhin die wichtigste Einnahmequelle der Zeitungsverlage dar, und das wird auf absehbare Zeit auch so bleiben.

-  Zwei Drittel der im Rahmen einer weltweit durchgeführten Umfrage befragten Verbraucher sagten, sie seien bereit, für allgemeine Zeitungsinhalte im Internet zu zahlen - und alle sind trotz der Gratiszeitungen bereit, für die gedruckte Zeitung zu zahlen. Dennoch müssen die Verlage darüber nachdenken, wie sie aus ihrem Inhaltsangebot und ihrem geistigen Kapital finanziellen Nutzen ziehen können.

-  Die Verbraucherausgaben im Internet werden in den nächsten Jahren generell steigen. Das wird bei jenen Konsumenten, die alles kostenlos zu bekommen erwarten, einen Mentalitätswandel bewirken.

-  Die Verbraucher schätzen Journalisten nicht nur wegen der allgemeinen Berichterstattung, sondern messen auch deren tiefgehenden Einblicken und Analysen einen hohen Wert bei.

-  Die Zeitungen traditionellen Zuschnitts haben nach wie vor eine grosse und relativ treue Leserschaft, da sie als zuverlässiger wahrgenommen werden als andere Medien. Daraus eröffnet sich ihnen die Chance, die Leser bei der Nutzung stationärer oder beweglicher elektronischer Medien sowohl zu führen als auch den Lesern zu folgen. Dem Bericht zufolge sind die Kernprinzipien gründliche Analyse und vertrauenswürdige redaktionelle Beiträge auch im Internet gefragt - die Marke „Zeitung“ ist wichtiger als die Erscheinungsform.

-  Die Zeitungsunternehmen haben auf die Wirtschaftskrise in erster Linie mit Kostensenkungen reagiert. Viele setzen auch vermehrt auf neue Vertriebswege. „Allerdings müssen viele ihr bestehendes Geschäftsmodell noch vollständig überarbeiten, damit sie uneingeschränkt von den Marktinnovationen und Forderungen der Verbraucher profitieren können“, heisst es in dem Bericht.

-  Der Markt für Mobilfunkgeräte wächst schnell. Dagegen ist der Wunsch der Verbraucher, sich Nachrichten zum Beispiel auf ein Handy liefern zu lassen, wegen der schlechten Lesbarkeit nur schwach ausgeprägt.

-  Sowohl die Verbraucher als auch die Verlage sorgen sich um die natürlichen Lebensgrundlagen und messen umweltfreundlichen Produktions- und Liefermethoden grosse Bedeutung bei. Allerdings haben sich noch nicht alle Zeitungsunternehmen dieser Aufgabe angenommen.

Darüber hinaus gibt der Bericht Antworten auf viele Fragen, die für einen Zeitungsverlag wichtig sind. Dazu gehören unter anderem: Wird die Markenidentität deutlich? Sind Print- und neue Medien betrieblich oder einfach nur vertriebstechnisch getrennt? Ist der Verkauf von Print- und Onlineanzeigen zusammengefasst? Wird die Kernleserschaft mit Hilfe des Internetangebots über die Leser der Druckausgabe hinaus erweitert? Was wollen die Leser von einer Zeitung, und wofür sind sie zu zahlen bereit? Wie wird das Zeitungsgeschäft in fünf Jahren aussehen?

PricewaterhouseCoopers (www.pwc.com) erbringt branchenbezogene Versicherungs-, Steuer- und Beratungsleistungen zur Stärkung des Vertrauens der Öffentlichkeit und zur Steigerung der Wertschöpfung seiner Kunden. PwC ist mit 155.000 Beschäftigten in 153 Ländern tätig.

Der in Paris ansässige Weltverband der Zeitungen setzt sich weltweit für die Pressefreiheit sowie für die fachlichen und wirtschaftlichen Interessen der Zeitungsverlage ein. Als globale Organisation der Zeitungswirtschaft vertritt er 18.000 Zeitungen. Ihm sind 77 nationale Zeitungsverbände, 12 Nachrichtenagenturen, 11 regionale und internationale Presseverbände sowie Zeitungsunternehmen und Führungskräften der Zeitungen in 122 Ländern angeschlossen.

Auskunft erteilt: Larry Kilman, Director of Communications, WAN, 7 rue Geoffroy St Hilaire, 75005 Paris, Frankreich; Tel.: +33 1 47 42 85 00, Fax: +33 1 47 42 49 48, Mobiltel.: +33 6 10 28 97 36; E-Mail: lkilman@wan.asso.fr.

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