Zu diesem Zweck gründen der WAN und der MDLF, der in Entwicklungsländern ansässigen Unternehmen des Nachrichtenwesens kostengünstige Finanzierungen ohne Gewinnerzielungsabsicht anbietet, zur Zeit einen Fonds, der sorgfältig ausgewählten unabhängigen Medienunternehmen in Ländern, die an der Schwelle zur Demokratie stehen, mit niedrig verzinslichen Darlehen ein rentables Wirtschaften ermöglichen soll.
„Es ist gut möglich, dass diese beispiellose Initiative im Laufe der Zeit einen Wandel in der Medienunterstützung bewirkt“, so der Generaldirektor des in Paris ansässigen WAN, Timothy Balding. „Wir eröffnen damit Geldgebern aller Art - Entwicklungshilfestellen, Unternehmen, Stiftungen, Lieferanten und sogar Zeitungen - die Chance, risikolos und mit Geld-zurück-Garantie einen wesentlichen Beitrag zur Förderung der unabhängigen Presse zu leisten.“
Sasa Vucinic, Geschäftsführer des MDLF: „Diese Zusammenarbeit wird dazu beitragen, die Ziele der Geldgeber mit den wahren Bedürfnissen der Presse in Einklang zu bringen. Sie wird helfen, die Zukunft der unabhängigen Zeitungen langfristig zu sichern, und sie in die Lage versetzen, während des Übergangs zur Demokratie in den massgebenden Ländern weiter eine wichtige Rolle zu spielen.“
In den letzten zehn Jahren hat der MDLF mehr als 40 Millionen US-Dollar aufgebracht und als Darlehen an 45 Medienunternehmen in 17 Ländern vergeben.
Balding zufolge wird diese gemeinsame Initiative von WAN und MDLF zur Förderung der unabhängigen Zeitungen die zwei wichtigsten Säulen der Arbeit des WAN, nämlich die Weiterentwicklung des Zeitungswesens und die Stärkung der Pressefreiheit in aller Welt, festigen. „Ihr Ziel ist die nachhaltige Würdigung des immer wichtigeren, aber manchmal zu wenig beachteten Umstands, dass die Zeitungen in Ländern an der Schwelle zur Demokratie wirtschaftlich lebensfähig sein müssen.“
Die Leistungspalette des neuen Fonds umfasst:
die Bereitstellung von Kapital in Form rückzahlbarer Darlehen an sorgfältig ausgewählte Presseverlage;
fachliche Beratung bei der Erstellung von Geschäftsplänen und zur Gewährleistung der Darlehensrückzahlung;
die Vermittlung von Kenntnissen darüber, wie sich technische Möglichkeiten so nutzen lassen, dass ein Unternehmen aus eigener Kraft lebensfähig ist;
Gespräche mit staatlichen Stellen und Kampagnen zur Unterstützung der finanzierten Zeitungsverlage bei der Verteidigung der Pressefreiheit gegen Bedrohung von aussen.
Durch die Zusammenarbeit mit dem WAN wird der MDLF die Zahl der Projekte, die er mit Darlehen finanziert, erheblich steigern können. WAN wird den MDLF bei der Suche nach potenziellen Geldgebern unterstützten und über sein weltumspannendes Mitgliedernetz glaub- und förderungswürdige Empfänger ausfindig machen. Darüber hinaus wird WAN Fachleute zur Verfügung stellen, die in Zusammenarbeit mit den Empfängern den Erfolg des jeweiligen Projekts sicherstellen.
Die Geldgeber verschenken kein Geld, sondern sie verleihen es. Der Ausleihungszinssatz soll im Rahmen des vom MDLF errichteten Umlaufmodells allerdings vergleichsweise niedrig sein (optimal wären null Prozent). Dieser für die Medienförderung neuartige Ansatz entspricht dem Wunsch vieler Geldgeber nach Unterstützung langfristig angelegter Projekte, die darauf abzielen, dass die geförderten Unternehmen aus eigener Kraft lebensfähig sind. Zudem steht es jedem Geldgeber frei, über seine Darlehen hinaus nicht rückzahlbare Beihilfen zu leisten, wenn er förderungswürdigen Presseprojekten einen zusätzlichen Schub verleihen möchte.
Der in Paris ansässige WAN hat sich den Schutz und die Förderung der Pressefreiheit in aller Welt zur Aufgabe gemacht. Er vertritt 18.000 Zeitungen. Zu seinen Mitgliedern gehören 72 nationale Zeitungsverbände, Einzelmitglieder in 102 Ländern, 11 Nachrichtenagenturen und neun regional bzw. weltweit tätige Presseverbände.
Der 1995 gegründete MDLF war Vorreiter eines neuen Modells der Medienförderung, dessen Ziel aus eigener Kraft lebensfähige unabhängige Unternehmen sind. Der MDLF als zielorientierter Risikokapitalfonds unterhält mit jedem Kunden eine enge und langfristig angelegte Geschäftsbeziehung. Jedes Darlehen und jede Investition geht mit umfassender finanzwirtschaftlicher Kontrolle, laufender Betreuung, Fachberatung, Führungskräfteschulungen und technischer Unterstützung einher.
Auskunft erteilt Larry Kilman, Director of Communications, WAN, 7 rue Geoffroy St Hilaire, 75005 Paris, Frankreich, Tel.: +33 1 47 42 85 00, Fax: +33 1 47 42 49 48, Mobil: +33 6 10 28 97 36, E-Mail: lkilman@wan.asso.fr. |