Eine Arbeitsgruppe unter Führung des Weltverbands der Zeitungen soll prüfen, welche Möglichkeiten den Verlagen zur Geltendmachung ihrer Vergütungsansprüche offenstehen, und wie sich die Beziehungen zwischen den Urhebern von Inhalten, den Nachrichtenunternehmen und den Suchmaschinenbetreibern verbessern lassen.
So soll unter anderem die Frage beantwortet werden, ob sich die Geschäftsbeziehung zwischen den Verlagen einerseits und den Suchmaschinenbetreibern andererseits - die zwar nützlicherweise den Bekanntheitsgrad des Internetangebots der Verlage steigern, deren Geschäftsmodell sich aber auch zum grössten Teil auf die kostenlose Übernahme von Inhalten stützt - mit Hilfe neuer Massstäbe und Leitlinien in geregelte Bahnen lenken lässt.
Darüber hinaus wird die Arbeitsgruppe prüfen, welche Gegenmassnahmen die Zeitungs-, Zeitschriften- und Buchverlage auf nationaler oder internationaler Ebene ergreifen können. Dazu gehören auch gemeinsame Aktionen. Zudem soll die Arbeitsgruppe Fragen im Hinblick auf die Geltendmachung von Urheberrechten und mögliche Verletzungen von Markenrechten bearbeiten.
In einem ersten Schritt wird sich die Arbeitsgruppe um Gespräche mit dem Kommissar der Europäischen Union für Binnenmarkt und Dienstleistungen, Charlie McCreevy, und der Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien, Viviane Reding, bemühen.
„Die Suchmaschinenbetreiber richten ihre Strategie immer stärker auf jene aus, die seit jeher Inhalte verfassen und zusammenstellen wie etwa die Zeitungsverlage“, so WAN-Präsident Gavin O’Reilly als Vorsitzender der Arbeitsgruppe. „Absurd daran ist, dass diese Suchmaschinenanbieter im Wesentlichen nur wegen dieser Nachrichtenmacher existieren und auf deren Kosten Gewinne erzielen.“
O’Reilly, der das Vorgehen der Suchmaschinenbetreiber (in Anlehnung an den Streit zwischen dem Suchmaschinenbetreiber Napster und der Musikindustrie) als „Napsterisierung“ bezeichnet, fügte hinzu: „Google, Yahoo und andere Suchmaschinenbetreiber sind keine neuartigen Wohltäter der Menschheit, keine Robin Hoods des Informationszeitalters, sondern ganz sicher kommerzielle und stark auf Gewinn ausgerichtete Unternehmen. Darüber hinaus ist WAN zutiefst besorgt über das Verhalten mehrerer grosser Betreiber gegenüber den Zensurforderungen repressiver Staaten.“
An der ersten Sitzung der Arbeitsgruppe nahmen Vertreter des Weltverbands der Zeitungen (WAN), des Internationalen Forums der Chefredakteure (WEF), des Internationalen Verlegerverbandes (IPA), des Internationalen Zeitschriftenverbandes (FIPP), des Verbandes der europäischen Zeitungsverleger (ENPA), des Europäischen Verlegerrates (EPC), des Verbandes der europäischen Zeitschriftenverleger (FAEP), des SPMI (ein führender französischer Zeitschriftenverlegerverband), der Nachrichtenagentur Agence France-Presse (AFP), des Verbands der überregionalen französischen Presse (SPP) und des Verbands der regionalen französischen Tageszeitungen (SPQR) teil.
Der in Paris ansässige WAN vertritt 18.000 Zeitungen. Ihm sind 73 nationale Zeitungsverbände, 11 Nachrichtenagenturen, neun regionale und internationale Presseverbände sowie Zeitungsunternehmen und Führungskräfte der Zeitungen als Einzelmitglieder in 102 Ländern angeschlossen.
Auskunft erteilt: Larry Kilman, Director of Communications, WAN, 7 rue Geoffroy St Hilaire, 75005 Paris, Frankreich; Tel.: +33 1 47 42 85 00, Fax: +33 1 47 42 49 48, Mobil: +33 6 10 28 97 36, E-Mail: lkilman@wan.asso.fr. |