Innovation im Internet und auf Papier : Der Schlüssel zur Zukunft des „Guardian“

 

 

Als die britische Zeitung „Guardian” im September letzten Jahres erfolgreich zum Berliner Format wechselte, erzeugte das grösste Aufmerksamkeit. Der Erfolg ist aber nur die halbe Geschichte.

 

Mit der Entwicklung des kleineren Formats rückte für den „Guardian” auch die Online-Version in den Vordergrund -- das heisst, im Mittelpunkt der Zeitungsstrategie standen Innovationen sowohl im Druck als auch im Internet.

„Guardian Unlimited“ wurde im vergangenen Jahr bei der Vergabe der „Webby Awards“, die von einigen als „Internet-Oscars“ bezeichnet werden, zur weltweit besten Internetzeitung gekürt. Die im letzten September vorgenommene Umstellung bedeutet jetzt, dass „wir die beste Zeitung der Welt haben”, so Carolyn McCall, Vorstandsvorsitzende bei „Guardian Newspapers“, die zudem Innovation als zentralen Wert und als ein Markenattribut bezeichnet. Frau McCall wird das Konzept der Verlagsgruppe auf dem Weltkongress der Zeitungen erläutern, der vom 4. - 7. Juni dieses Jahres in Moskau stattfindet.

Frau McCall, deren Vortrag den Titel „Innovation: Wie wir bei Guardian Newspapers Limited in nur 12 Monaten alles ausser unseren Wertvorstellungen geändert haben“ trägt, ist davon überzeugt, dass „keine andere Zeitung die Bedürfnisse der Leser und der werbetreibenden Wirtschaft sowohl bei den Druckerzeugnissen wie auch im Internet so gut erfüllen kann“.

Zum Weltkongress der Zeitungen, dem Internationalen Forum der Chefredakteure und der Info Services Expo 2006, den globalen Treffen der Weltpresse, werden mindestens 1500 Zeitungsverleger, Vorstandsvorsitzende, Geschäftsführer, Chefredakteure, sonstige Führungskräfte und ihre Gäste aus aller Welt erwartet.

Ausführliche Angaben zu den vom Weltverband der Zeitungen veranstalteten Konferenzen finden sich unter http://www.moscow2006.com/de/

Weitere Redner auf dem Kongress sind u.a.:

-  Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG, dem grössten Verlagshaus Deutschlands, der sagt, dass die traditionellen Medien wegen der alternden Bevölkerung und des Verlusts junger Leser an die digitalen Medien bedroht sei.. In einem Vortrag mit dem Titel „Die Zukunft der Zeitungen - Zeitungen der Zukunft“ wird Döpfner zwei Möglichkeiten zum Entkommen aus der „mutmasslichen“ Zeitungskrise darlegen, nämlich eine „enge Verknüpfung von Internet und Druckerzeugnis“ und „gute alte Zeitungsneugründungen“ wie die „Welt Kompakt“ aus seinem eigenen Haus und „Fakt“ in Polen.

-  Pelle Tornberg, Vorstandsmitglied des für seine Gratiszeitungen bekannten Medienkonzerns Metro International, vertritt die Auffassung, dass die Gratiszeitungen ihre käuflichen Gegenstücke an Wochentagen langfristig ersetzen und 95 Prozent der Bezahlzeitungen als Nischenprodukte für das Wochenende weiterbestehen werden.

-  Les Hinton, Vorstandsmitglied bei News International, das den grössten Anteil eines Investitionsprogramms der nationalen britischen Zeitungen in Höhe von anderthalb Milliarden Dollar für neue Druckmaschinen trägt. Dieses Vertrauen auf die Druckerzeugnisse bedeutet jedoch nicht, dass die digitalen Medien vernachlässigt werden. -- dem Unternehmen gehören einige der beliebtesten Websites des Marktes.

-  Karen Ferguson Crotchfeld, für die Geschäftsfelder Marketing und Geschäftsentwicklung zuständige Vizepräsidentin beim Verlagshaus The Arizona Republic, vertritt die Auffassung, Zeitungen müssten „mehrere Produkte in verschiedenen Medien mit klarer Zielgruppenorientierung" anbieten, wenn sie erfolgreich sein wollten. Im Zuge dieser „Zielgruppenbündelung" habe ihr Verlag in den letzten drei Jahren 20 neue Produkte auf den Markt gebracht.
-  Sanjay Gupta ist Herausgeber und Vorstandsvorsitzender bei „Dainak Jagran", der Tageszeitung mit der höchsten Leserzahl weltweit - der neuesten Leserumfrage in Indien zufolge über 21 Millionen. Er erläutert die innovativen Konzepte des Blattes in den Bereichen Auflage, Absatz, Markenbildung, Erlösmodelle und Konkurrenzkampf.

-  Katie Vanneck, Marketingdirektorin des Konzerns, und Annelies van den Belt, Leiterin des Bereichs neue Medien, bei der britischen Telegraph-Gruppe, erläutern die Auffassung ihres Hauses, dass die Zusammenführung von Druck und Internet den Schlüsselfaktor für den künftigen Erfolg der Zeitungen darstellt. Der Konzern lenkt seinen Übergang von einem traditionellen Medienumfeld in das Zeitalter der digitalen Medien in der Überzeugung, dass die effektive Kombination aus Druckerzeugnis und Internetpräsenz weit stärker ist als einer der zwei Teile.
-  Und viele mehr. Vollständige Angaben zu Konferenzprogrammen, Begleitveranstaltungen und Anmeldung sowie eine Teilnehmerliste finden sich unter http://www.moscow2006.com/de/

Der in Paris ansässige WAN, die globale Organisation der Zeitungswirtschaft, vertritt 18.000 Zeitungen; ihm sind 73 nationale Zeitungsverbände und Führungskräfte der Zeitungen in 102 Ländern angeschlossen sowie 11 Nachrichtenagenturen, neun regionale und internationale Presseverbände weltweit.

Anfragen an: Larry Kilman, Director of Communications, WAN, 7 rue Geoffroy St Hilaire, 75005 Paris Frankreich. Tel: +33 1 47 42 85 00. Fax: +33 1 47 42 49 48. Mobil: +33 6 10 28 97 36. E-Mail: lkilman@wan.asso.fr.

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