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Rio de Janeiro, Brasilien, 12. Juni 2000

Trends in der Weltpresse: Der Zuwachs bei Zeitungen setzt sich fort

 

Im Jahr 1999 haben Zeitungen in vielen Ländern nicht nur ihre Verkaufszahlen steigern, sondern teilweise auch bei den Anzeigeneinnahmen beträchtliche, zum Teil sensationelle Zuwächse verzeichnen können. Dies geht aus dem vom Weltverband der Zeitung jährlich durchgeführten Studie zu Trends in der Weltpresse hervor, die am Montag veröffentlicht wurde.

Die Untersuchungsergebnisse, die den mehr als 1.300 Verlegern, Herausgebern und Chefredakteuren aus 71 Ländern auf dem 53. Weltkongress der Zeitungen und dem 7. Internationalen Forum der Chefredakteure in Rio de Janeiro vorgestellt werden, zeigen folgendes Bild:

  • Die Auflagenzahlen der Tageszeitungen in der Mehrheit der Länder steigen weiter an und dort, wo sich der Rückgang in den letzten zehn Jahren am gravierendsten gezeigt hat, ist eine wesentliche Verlangsamung eingetreten.
  • Die Anzahl der Tageszeitungen hat in 63 Prozent der Länder im letzten Jahr zugenommen.
  • Die Anzeigeneinnahmen der Zeitungen weisen wieder sehr gutes Wachstum auf und in vielen Ländern konnte die Presse sogar Marktanteile zurückgewinnen. Die Gesamtanzeigeneinnahmen der Zeitungen verzeichnen einen stetigen Anstieg verzeichnen, der sogar über das höchste Niveau in Europa, Nordamerika und im asiatisch-pazifischen Raum der 1980er Jahre hinausgeht. Global gesehen lagen die Einnahmen im letzten Jahre 18,8 Prozent über denen des Jahres 1987; für 2000 wird zudem mit einer Steigerung von mehr als 20 Prozent gerechnet.
  • Zeitungen nutzen die Vorteile und Möglichkeiten der elektronischen Medien und Websites zur Steigerung ihrer Einnahmen und zum Ausbau eines Wettbewerbsvorteils weiterhin in vollem Umfang.

"Der Gedanke, dass es mit Zeitungen bergab gehen könnte, liegt jetzt weit hinter uns. Die Zeitungswirtschaft ist äusserst lebendig und robust und befindet sich eindeutig im Aufschwung", sagte WAN Generaldirektor Timothy Balding bei der Vorstellung der 11. jährlichen WAN-Studie zur Zeitungsbranche weltweit auf dem Kongress in Rio.

"Der angesichts der zunehmenden Vielfalt der Medienmärkte neuartige und intensiver werdende Wettbewerb erweist sich für Zeitungen als ein Ansporn, ihre traditionellen Stärken besser zu nutzen und die Möglichkeiten der neuen Medien unter Einsatz ihrer als dominierende Akteure auf vielen Informationsmärkten gewonnenen Erfahrungen voll zu nutzen", sagte er.

"Zeitungen verbessern ihren Inhalt und ihre Form ständig. Sie passen ihre Marketingstrategie und ihre Preispolitik zunehmend den Gegebenheiten und Bedürfnissen ihrer Werbekunden an. Sie machen sich die durch das Internet gegebenen Möglichkeiten der Informationsverbreitung immer stärker zu eigen".

Die vom WAN seit 1987 jährlich herausgegebene Studie umfasst in diesem Jahr Informationen aus 64 Ländern.

Die Studie Trends in der Weltpresse 2000 enthält folgende Angaben:

Auflage

  • In 25 der 46 Länder, über die Vergleichsdaten vorliegen, ist der Absatz angestiegen und in zwei weiteren Ländern hat er sich auf gleicher Höhe stabilisiert. Mehrere Länder können einen stetigen Zuwachs im zweiten, dritten oder vierten aufeinander folgenden Jahr verzeichnen.
  • Die Zahl der Titel von Tageszeitungen ist 1999 in 22 Ländern angestiegen und in 13 Ländern zurückgegangen. Zum Vergleich sei angeführt, dass 1996 die Zahl der Tageszeitungen in 14 Ländern anstieg und in 16 zurückging.
  • In der Europäischen Union, die über viele Jahre einen Auflagenrückgang zu verzeichnen hatte, ging der Absatz 1999 auf nur 0,1 Prozent zurück. Das entspricht lediglich einem Fünftel des 1998 verzeichneten Rückgangs und einem Zehntel des Rückgangs 1997.
  • Gleichzeitig nahm die Zahl der Zeitungsleser in Westeuropa im vergangenen Jahr um mehr als einen Prozentpunkt zu und stieg auf 62,1 Prozent aller Erwachsenen an.

In den letzten fünf Jahren ging der Absatz von Zeitungen in der EU um 2,2 Prozent zurück; das entspricht 1,85 Millionen weniger Zeitungskäufern in der Europäischen Union in 1999 als in 1995. Dieser Rückgang ist sehr viel geringer als in den fünf Jahren vor 1999.

Die nationalen Zahlen weisen für 1999 eine Zunahme der Auflagen von Tageszeitungen in sieben EU-Ländern im Jahr 1999 aus: Österreich +8,5 Prozent, Portugal +2,0 Prozent; Irland +1,8 Prozent, Grossbritannien +1,5 Prozent, Italien +1,1 Prozent, Luxemburg +0,3 Prozent und Frankreich +0,2 Prozent.

Österreich konnte einen Auflagenzuwachs in vier aufeinanderfolgenden Jahren verzeichnen; Irland und Italien in drei und Portugal, Frankreich und Luxemburg in zwei aufeinanderfolgenden Jahren. In Grossbritannien zeigte sich zum ersten Mal seit 1989 ein Auflagenanstieg.

Die Auflagenzahlen in Belgien hielten sich auf einem beständigen Niveau. Im Vergleich zu 1995 betrug der Rückgang weniger als die Hälfte der vorangegangenen fünf Jahre. Nach zwei Jahren stetigen des Wachstums haben sich die Auflagenzahlen in Spanien stabilisiert.

In lediglich sechs der 15 EU-Mitgliedstaaten ging die Auflagenhöhe von Tageszeitungen zurück: Griechenland —5,5 Prozent, Dänemark —3,5 Prozent, Schweden —2,3 Prozent, Deutschland —1,8 Prozent, Niederlande —0,9 Prozent und Finnland —0,5 Prozent.

In Dänemark, Schweden und Deutschland beschleunigte sich 1998 die rückläufige Tendenz.. In den Niederlanden war nur ein sehr geringer Auflagenrückgang zu verzeichnen.

  • In dem Fünfjahreszeitraum von1995 bis 1999 ging die Auflagenhöhe in 10 der 15 EU-Länder zurück im Vergleich zu 12 Ländern in den vorangegangenen fünf Jahren: -8,2 Prozent in Luxemburg, -7,9 Prozent in Schweden, -7,7 Prozent in Griechenland, -5,7 Prozent in den Niederlanden, -5,3 Prozent in Dänemark -4,1 Prozent in Grossbritannien, -3,9 Prozent in Deutschland, -2,6 Prozent in Belgien, -1,5 Prozent in Finnland und -0,7 Prozent in Italien.

Fünf Länder, die bereits gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg verzeichneten, konnten in dem Fünfjahreszeitraum wiederum einen Auflagensteigerung erzielen: Österreich (+38,3 Prozent), Portugal (+12,5 Prozent) und Spanien (+1,5 Prozent); auch Irland und Frankreich konnten mit +3,8 Prozent bzw. +0.3 Prozent einen Zuwachs verzeichnen.

  • Die Zahl der in der EU herausgegebenen Titel von Tageszeitungen ist zwar zurückgegangen, jedoch nur geringfügig, d.h., von 1.147 auf 1.133 in den letzten fünf Jahren. Mit 75.000 Titeln ist die durchschnittliche Auflage konstant geblieben.
  • In anderen westeuropäischen Ländern zeigte sich folgende Entwicklung: Island verzeichnete 1998 (dem letzten Jahr für das Zahlen verfügbar sind) eine Absatzsteigerung um 2,2 Prozent, Norwegen in 1999 einen leichten Rückgang um 0,3 Prozent, während die Schweiz eine mässige Zunahme um 0,1 Prozent verzeichnen konnte.
  • In Ost- und Mitteleuropa ergibt sich seit geraumer ein eher negatives Bild, doch zeichnen sich mittlerweile auch einige Lichtblicke ab. Slowenien konnte eine leichte Auflagensteigerung um 0,3 Prozent verbuchen, während Kroatien mit +5,1 Prozent, Estland mit +7,5 Prozent, Bulgarien mit +21,4 Prozent, die Slowakei mit +21,5 Prozent und Lettland mit +23,5 Prozent starke Auflagenzuwächse verzeichnen konnten. In der Ukraine stiegen die Auflagen mit +104,4 Prozent um das Doppelte an.
  • Russland, das jetzt die Auflagenzahlen teilweise überprüft, zeigt eine Zunahme um 4,4 Prozent. Mit der Einführung von 45 neuen Titeln im Jahr 1999 erreicht Russland eine Zahl von insgesamt 2.680 und ist damit nach der Zahl der herausgegebenen Zeitungen der grösste Markt für Tageszeitungen.
  • In den zwei grössten Volkswirtschaften der Welt gestaltete sich das Bild unterschiedlich. In den Vereinigten Staaten setzte sich der Abwärtstrend 1999 fort, auch wenn der Rückgang um 0,4 Prozent um mehr als die Hälfte unter dem des Vorjahres lag.

In den letzten fünf Jahren ist die Tageszeitungsauflage in den USA um 3,8 Prozent gesunken, in den letzten zehn Jahren um 10,7 Prozent. Damit werden heute in den USA 6,67 Millionen Exemplare weniger verkauft als vor zehn Jahren.

Bei der Zahl der Titel zeigte sich in den letzten fünf Jahr ein Rückgang um 50 Titel. Bemerkenswert ist die Feststellung, dass während dieses Zeitraums die Auflagenhöhe der weniger gewordenen Titel im Durchschnitt konstant geblieben ist.

Der japanische Zeitungsmarkt lässt sich von der Entwicklung in den übrigen Industrienationen wenig beeindrucken. Zwar ging die Auflage der Tageszeitungen mit —0,3 Prozent 1999 leicht zurück, doch konnten sie gegenüber den letzten fünf Jahren einen Zuwachs um 0,2 Prozent aufweisen. In den vergangenen zehn Jahren betrug die Steigerung 1 Prozent; das bedeutet, dass heute 761.000 mehr Tageszeitungen in Japan verkauft werden als vor zehn Jahren.

  • Unter den übrigen asiatischen Staaten musste Indien nach fünf Jahren ständigen Wachstums einen Rückgang um 3,6 Prozent hinnehmen. Im Vergleich zu 1995 gibt es aber heute immer noch auf dem Subkontinent 1,73 Millionen mehr Zeitungsleser entsprechend einer Zunahme um 7,3 Prozent.

Die Situation in diesem Teil der Welt ist natürlich auch von den wirtschaftlichen Problemen in mehreren Ländern dieser Region gekennzeichnet. Aber es gibt auch Ausnahmen wie beispielsweise China, in dem die Auflagenzahlen im letzten Jahr die Grenze von 50 Millionen (+12.7 Prozent) überschritten haben.

In Taiwan stieg die Zahl der Titel von 149 auf 170 an und in Indonesien führte die Lockerung der Regulierungsmassnahmen zu einer Erhöhung der Zahl der Tageszeitungen von 79 auf 172.

  • Im pazifischen Raum ergab sich für Australien 1999 ein leichter Auflagenrückgang von 0,8 Prozent und ein Verkaufsrückgang von geringen 0,8 Prozent seit 1995. In Neuseeland ging der Verkauf von Tageszeitungen im letzten Jahr um 2,8 Prozent zurück und seit 1995 um 7,1 Prozent.
  • In Lateinamerika, für das verlässliche Daten nur schwer erhältlich waren, ergibt sich ein gemischtes Bild. Brasilien konnte sowohl im letzten Jahr als auch im Vergleich zu 1995 ein gesundes Wachstum aufweisen (+1,1 Prozent bzw. +10,6 Prozent); in Costa Rica stieg die Auflage um 9.4 Prozent im letzten Jahr; Kolumbien konnte kurz- und mittelfristige Zuwächse verzeichnen (+2 Prozent bzw. +2.4 Prozent); Argentinien hingegen wies durchweg schlechte Ergebnisse auf (-10 Prozent bzw. -15.5 Prozent).
  • Bei einem Vergleich der Gesamtauflage in nationalen Märkten liegt Japan mit 72.218.000 verkauften Exemplaren täglich nach wie vor an der Spitze; mit 60 Millionen Exemplaren hat Indien es schliesslich geschafft, die USA vom zweiten Platz zu verdrängen, die mit 55.979.000 Exemplaren den dritten Platz einnehmen; China steht mit 50 Millionen Exemplaren an vierter Stelle, gefolgt von Deutschland mit täglich verkauften 24.565.000 Millionen Exemplaren.

Norwegen und Japan sind mit 583 bzw. 574 Exemplaren täglich weiterhin die Länder, in denen die meisten Tageszeitungen je 1000 Einwohner verkauft werden. . Finnland rangiert mit 452 an dritter Stelle, gefolgt von Schweden mit 420 und dann der Schweiz mit 376.

Von den 56 Ländern, für die Daten vorliegen, verzeichnen 23 weniger als 100 verkaufte Exemplare je 1000 Einwohner: Ukraine (84), Libanon (74), Portugal (73), Costa Rica (72), Zypern (69), Griechenland und die Türkei (64), die Philippinen (63), Argentinien (56), Brasilien (46), China (40), Polen (37), Südafrika (29), Sri Lanka (29), Indien (28), Kolumbien (26), Indonesien (23), die Mongolei (17), Aserbaidschan (10), Kirgisistan (9), Kenia (8), Peru (4) und Kamerun (0.5).

Leserzahlen

  • Bei der Zeitungsreichweite oder den Leserzahlen steht Finnland bei erwachsenen Lesern weltweit mit 91 Prozent (Anstieg um 6 Punkte gegenüber 1998) an der Spitze. Es folgen Schweden mit 88 Prozent und die Schweiz mit 84 Prozent. Danach kommen Norwegen mit 81 Prozent und Japan mit 80 Prozent.

Allerdings ist der Reichweitenabstand zwischen diesen Ländern häufig wesentlich geringer als bei der Auflage pro tausend Einwohner. So lesen zwar 75 Prozent der Esten täglich eine Zeitung, doch werden lediglich 189 Exemplare je 1.000 Einwohner täglich verkauft. In Deutschland beträgt die Reichweite 78 Prozent, in Österreich 76, in Luxemburg 69 und in den Niederlanden 67 Prozent. In den Vereinigten Staaten lesen 57 Prozent der Erwachsenen täglich und 75 Prozent wöchentlich eine Zeitung. Der Durschnittswert für Westeuropa liegt bei 62,1 Prozent, entsprechend einer Steigerung um 1,1 Prozentpunkte.

Wenn man die Reichweite betrachtet, stellt sich die Lage in mehreren Ländern mit sehr niedrigen Verkaufszahlen schon wesentlich positiver dar. So lesen in Kenia, wo 8 Einwohner pro Tausend eine Tageszeitung kaufen, 40 Prozent der Erwachsenen eine Zeitung. In Indonesien, wo 23 pro Tausend eine Zeitung kaufen, lesen 50 Prozent der Erwachsenen Zeitung. Die entsprechenden Zahlen für Portugal liegen bei 73 Einwohnern und 40 Prozent und für Malaysia bei 112 Einwohnern und 60 Prozent.

  • Nimmt man eine Unterteilung nach männlichen und weiblichen Lesern vor, zeigt sich in Spanien der grösste Abstand: (46 Prozent Männer und 24 Prozent Frauen), Italien (50 Prozent Männer und 30 Prozent Frauen), Portugal (58 Prozent Männer und 24 Prozent Frauen), Kroatien (33 Prozent Männer und 18 Prozent Frauen), Kolumbien (32 Prozent Männer und 20 Prozent Frauen) und Libanon (31 Prozent Männer und 19 Prozent Frauen).

In keinem Land der Welt, soweit sie in der WAN-Studie erfasst sind, lesen Männer und Frauen zu gleichen Teilen eine Tageszeitung. Mit 96 Prozent Männern und 95 Prozent Frauen, die Zeitungen wöchentlich lesen, ist der Abstand in Costa Rica am geringsten. Die anderen Länder, in denen eine Annäherung stattfindet, sind die nordeuropäischen Staaten. In Finnland lesen 93 Prozent der Männer und 90 Prozent der Frauen täglich eine Zeitung, in Schweden sind es 89 bzw. 88 Prozent, in Norwegen 84 bzw. 79 Prozent und in Dänemark 76 bzw. 70 Prozent.

  • Unterteilt man die Leser nach Altersgruppen, ist das Ergebnis vor allem unter den Jüngeren und damit für die Zukunft der Branche ermutigend. So lesen in Australien 88,6 Prozent der Vierzehn- bis Vierundzwanzigjährigen mindestens einmal wöchentlich eine Zeitung, einer Zunahme von 0,1 Prozent gegenüber 1998 entsprechend. Obwohl die Auflage in Österreich zurückgegangen ist, lesen dort 72 Prozent der Vierzehn- bis Neunzehnjährigen täglich eine Zeitung. In Brasilien lesen 56 Prozent der Fünfzehn- bis Vierundzwanzigjährigen täglich Zeitung, zwei Prozentpunkte mehr als der Durchschnitt und 1 Prozentpunkt mehr als 1998. In Chile lesen 67 Prozent der Fünfzehn- bis Neunzehnjährigen täglich Zeitung. In Spanien erreicht die Leserzahl unter den Zwanzig- bis Vierundzwanzigjährigen 39 Prozent, 4 Prozentpunkte über dem Gesamtdurchschnitt von 35 Prozent. In Japan hat sich trotz des geringen Auflagenrückgangs die Reichweite unter den Zwanzig- bis Neunundzwanzigjährigen um 3,7 Prozentpunkte erhöht und liegt damit 8 Prozentpunkte über der Gesamtreichweite.

Werbung

  • In 24 der 33 Länder, für die Zahlen verfügbar waren, konnten Zeitungsverlage 1999 real gestiegene Anzeigenerträge verzeichnen; lediglich in neun Ländern gingen die Einnahmen zurück.
  • In den 12 der 13 Länder der Europäischen Union, für die Zahlen vorlagen, war 1999 ein realer Zuwachs von 38,7 Prozent in Griechenland und 17,8 Prozent in Österreich zu verzeichnen. Ausgenommen Spanien konnten in den letzten fünf Jahren alle eine Zunahme verbuchen.

In Norwegen gingen die Ausgaben für Anzeigen im letzten Jahr zwar zurück, aber sie liegen nach wie vor um 36.4 Prozent höher als1995. In der Schweiz lag der Zuwachs bei Anzeigenausgaben bei 5 Prozent. Die gesamten Anzeigenausgaben in der europäischen Zeitungswirtschaft nahmen im letzten Jahre um 8,9 Prozent zu.

Die EU-Länder mit dem geringsten Wachstum sind die Niederlande (0,7 Prozent) und Deutschland (2,7 Prozent).

  • Mit einem Einnahmenzuwachs um real 3,2 Prozent (ein Anstieg um 17,5 Prozent in den letzten fünf Jahren) konnten die US-amerikanischen Zeitungsverlage auch im letzten Jahr wieder beträchtliche Ergebnisse verzeichnen. Der höchste Zuwachs ergab sich 1999 mit 17,7 Prozent bei überregionalen Anzeigen. Die Erträge aus Kleinanzeigen nahmen um 4,3 Prozent, die Einnahmen aus Einzelhandelswerbung um 2,8 Prozent zu.
  • In Japan mussten Zeitungsverlage, die noch immer von der Rezession beeinträchtigt sind, im letzten Jahre einen Rückgang der Anzeigeneinnahmen um 6,6 Prozent hinnehmen. Da auf Japan 9 Prozent der Gesamtausgaben für Anzeigen weltweit entfallen, würde eine Erholung zur Verbesserung der globalen Situation beitragen.
  • Die Gesamtausgaben für Werbung in Tageszeitungen erreichten in den USA 46.289 Milliarden Dollar, in Europa 22.061 Milliarden Dollar und in Japan 6.552 Milliarden Dollar.
  • Ausserhalb dieser drei Wirtschaftsblöcke fällt als Erstes die Zunahme der Anzeigenerträge in Thailand auf, die nach einem Rückgang um 34 Prozent 1998 jetzt um 58,9 Prozent angestiegen sind, sowie eine Steigerung um 34 Prozent in Südkorea. Indonesien konnte einen Einnahmenzuwachs um 3,8 Prozent verzeichnen, wohingegen Taiwan einen Rückgang um 12.6 Prozent hinnehmen musste.
  • In Lateinamerika, gingen die Einnahmen der Zeitungen in Peru zwar um 1.7 Prozent zurück, aber im Vergleich zu 1995 stiegen sie bei konstanten Preisen um 25,5 Prozent. In Brasilien zeigte sich ein Rückgang der Einnahmen um 28 Prozent nach dem Marktkurs, aber in der Landeswährung ausgedrückt war ein Zuwachs zu verzeichnen. Kolumbien musste einen Rückgang um 13.8 Prozent hinnehmen.
  • In nicht weniger als 23 Ländern konnten Zeitungsverlage ihren Anteil am Anzeigenmarkt 1999 ausbauen: Australien, Chile Estland, Finnland, Griechenland, Grossbritannien, Hongkong, Irland, Island, Kanada, Kolumbien, Mexiko, Neuseeland, Norwegen, Österreich, Peru, Philippinen, Portugal, Puerto Rico, Singapur, Südkorea, Thailand und Türkei.

In 16 Ländern konnten Zeitungsverlage ihren Anteil am Anzeigenmarkt in den letzten fünf Jahren erhöhen: Argentinien, Costa Rica, Griechenland, Hongkong, Irland, Italien, Libanon, Luxemburg, Malaysia, Peru, Philippinen, Puerto Rico, Südafrika, Südkorea, Tschechien und Türkei.

In anderen Ländern ging der Marktanteil zurück, so um 16 Prozentpunkte in Bulgarien, 11 in Ungarn, und um 7 in Slowenien.

Mehr als 50 Prozent des Anzeigenmarktes entfallen auf nur acht Länder, auch wenn in vier davon - Dänemark, Finnland, Schweden und der Schweiz — der Marktanteil seit 1995 zurückgegangen ist.

Der niedrigste Anteil am Anzeigenmarkt entfiel auf Zeitungen in Russland und Ungarn (15 Prozent), Mexiko (14 Prozent), Kolumbien, Peru, Polen und Zypern (11 Prozent).

In Japan und den USA ging der Marktanteil der Zeitungen zwischen 1995 und 1999 um jeweils 2 Prozentpunkt zurück und im Vergleich zu 1998 um einen Prozentpunkt

  • Es bestehen nach wie vor grosse Unterschiede darin, wie die Erträge aus Anzeigen und die Einnahmen aus dem Zeitungsverkauf zum Gesamtumsatz der Zeitungen beitragen. Während US-Zeitungen 87 Prozent aus Anzeigenerlösen erzielen, erwirtschaften japanische Verlage 60 Prozent ihrer Einnahmen aus dem Zeitungsverkauf — eine Differenz von 47 Prozentpunkten. In Westeuropa erzielen luxemburgische Zeitungen 79 Prozent ihrer Einnahmen aus dem Anzeigengeschäft; in Norwegen 63 und in Grossbritannien 62 Prozent. In Frankreich entfallen lediglich 41 Prozent der Gesamteinnahmen auf den Anzeigenbereich; damit stehen französische Zeitungen in der EU am Ende der Skala.

Internet

Zum dritten Mal sind in der Untersuchung Daten über die Entwicklung von Zeitungs-Websites enthalten. In den 35 Ländern, für die Vergleichsdaten für 1998 und 1999 vorlagen, hat sich die Anzahl der Websites ganz wesentlich erhöht: in Australien um 258 Prozent, in China um 174 Prozent, in Italien um 121 Prozent, in der Turkei um 100 Prozent, in Bulgarien um 75 Prozent, in Südkorea um 62 Prozent, in den US um 28 Prozent, in Deutschland um 26 Prozent, in den Niederlanden um 25 Prozent und in Brasilien um 14 Prozent.

"Lesegewohnheiten ändern sich", sagte Timothy Balding. "Die Zeitung etabliert sich aber immer stärker als Plattform, oder man könnte sogar sagen als Portal für Nachrichten und Informationen, die in verschiedenen Formen zugänglich sind. In Ländern, in denen weiterhin von einer rückläufigen Leserschaft berichtet wird, könnten die Zahlen aber zu Fehlinterpretationen führen. Denn wo die Nutzung des Internets stark verbreitet ist, haben einige Zeitungen eventuell einen leichten Rückgang ihrer gedruckten Ausgaben verbuchen müssen, doch diesen Verlust konnten sie in vielen Fällen dank der gestiegenen Besucherzahl ihrer Websites mehr als wettmachen".

"Tatsache ist, dass viele Zeitungen feststellen können, dass sie weit häufiger gelesen werden als früher, nur geschieht dies heute auf zwei verschiedene Arten: zum einen durch den Griff zur traditionellen gedruckten Zeitung, zum anderen durch den Besuch der Website. Diese Kombination hat sich nicht nur als sehr wirkungsvoll erwiesen, sondern sie fördert auch das Image und die Reichweite vieler Zeitungen".

Mehrtageszeitungen

  • Mehrtageszeitungen (definiert als Titel, die höchstens dreimal pro Woche erscheinen) konnten ihre Auflage in einigen Ländern auf eindrucksvolle Weise steigern. So erzielten Blätter dieser Kategorie in Kolumbien beispielsweise einen Auflagenzuwachs von 297 Prozent und in Indonesien von 52,9 Prozent. In Bulgarien konnten diese Zeitungen ihre Auflagen seit 1996 um 30.6 Prozent und ihren Absatz um 81 Prozent steigern. In Griechenland, in dem der Verkauf von Tageszeitungen um 4,5 Prozent zurückging, lag die Zunahme der Mehrtageszeitungen bei 31 Prozent. Sowohl Slowenien als auch die Ukraine konnten eine Steigerung um 28.5 Prozent verzeichnen.

Die höchsten Wachstumsraten haben die Mehrtageszeitungen seit 1995 in Kolumbien zu verzeichnen, wo der Verkauf in fünf Jahren um mehr als das Doppelte angestiegen ist (plus 126 Prozent), Indonesien (plus 110 Prozent), Irland (plus 57 Prozent), Neuseeland (plus 41 Prozent) und Zypern (plus 30 Prozent).

Negativ entwickelte sich die Auflage in den Niederlanden (minus 35 Prozent), in der Mongolei (minus 30 Prozent) und in Portugal (minus 20 Prozent).

Untersucht wurden auch die Verkaufszahlen der Mehrtageszeitungen pro tausend Einwohner sowie die Anzahl der Titel pro einer Million Einwohner. Beim Absatz liegt die Ukraine mit 400 Exemplaren pro tausend Einwohner an der Spitze. Von den zehn Ländern mit der höchsten Marktdurchdringung liegen sechs in Osteuropa; es sind dies die Ukraine gefolgt von Estland mit 290 pro tausend Einwohner verkauften Exemplaren, Lettland mit 268, Slowenien mit 215, Bulgarien mit 195 und Russland mit 167 verkauften Exemplaren pro tausend Einwohner.

  • Ein weiterer Untersuchungsgegenstand waren Sonntagszeiten und ihre relative Bedeutung in verschiedenen Märkten. Die grösste Bedeutung haben diese Zeitungen mit 271 verkauften Exemplaren pro tausend Einwohner in Grossbritannien (plus 17 Prozentpunkte). Irland steht mit 221 Exemplaren an zweiter, die USA mit 216 Exemplaren an dritter und Australien mit 184 Exemplaren an vierter Stelle.
  • Die 237-Seiten umfassende Ausgabe von ‘World Press Trends 2000‘ ist erhältlich beim Weltverband der Zeitungen unter der Adresse World Association of Newspapers, 25 rue d'Astorg, 75008 Paris, Frankreich; Tel: +33 1 47 42 85 00, Fax +33 1 47 42 49 48. E-Mail: contact_us@wan.asso.fr

WAN als globale Organisation der Zeitungsbranche mit Sitz in Paris setzt sich für den Schutz und die Förderung der Pressefreiheit in aller Welt ein. Er vertritt 17.000 Zeitungen. Zu seinen Mitgliedern zählen 65 nationale Zeitungsverbände, Einzelmitglieder in 93 Ländern, 17 Nachrichtenagenturen und sieben regionale Pressegruppen.

Inquiries: Larry Kilman, Director of Communications, WAN, 25 rue d'Astorg, 75008 Paris France. Telephone +33 1 47 42 85 00, Fax: +33 1 47 42 49 48, E-mail: lkilman@wan.asso.fr.


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