-   Indien (2)

-   Indonesien (1)

-   Japan (1)

-   Kambodscha (1)

-   Nepal (3)

-   Pakistan (2)

-   Philippinen (7)

-   Thailand (1)

Indien (2)

Parmanand Goyal wurde vor seinem Haus in Kaithal, Haryana, im Norden von Delhi, am 18. September von drei Unbekannten erschossen. Goyal war Korrespondent der Tageszeitung „Punjab Kesari" und Distrikt-Präsident des Journalistenverbandes Haryana. Presseberichten zufolge wurden die drei Männer vom Sohn des Journalisten ins Haus gelassen, der mithörte, wie sein Vater unter Drohungen aufgefordert wurde, nicht mehr über eine bestimmte politische Person oder über die Polizei zu schreiben. Goyal war im Mai der Korruption beschuldigt festgenommen und Anfang des Monats gegen Kaution freigelassen worden.

Parvaz Mohammed Sultan, Inhaber und Redakteur der lokalen Nachrichtenagentur News and Feature Alliance, wurde am 1. Februar in seinem Büro von zwei Unbekannten durch Schüsse in Kopf und Hals getötet. Er konnte sich noch auf die Strasse schleppen, und wurde von Nachbarn ins Krankenhaus gebracht, wo er starb. Die Polizei macht militante Moslime für den Mord verantwortlich. Keine Gruppe hat sich bisher zu dem Anschlag bekannt.

Indonesien (1)

Ersa Siregar wurde am 29. Dezember bei einem Feuergefecht zwischen dem indonesischen Militär und Angehörigen der separatistischen Bewegung in der Provinz Aceh erschossen. Siregar, leitender Reporter des privaten indonesischen Fernsehsenders Rajawali Citra Televisi (RCTI), wurde im Juni von Rebellen der Bewegung zur Befreiung Acehs zusammen mit dem Kameramann Ferry Santoro im nördlichen Aceh entführt. Das RCTI-Team hatte über die am 19. Mai begonnene Militäroffensive in Aceh berichtet. Mehrere in den letzten sechs Monaten unternommene Versuche zur Freilassung der Geisel sind fehlgeschlagen.

Japan (1)

Satoru Someya wurde am 12. September in einer durch Ketten beschwerten Hülle mit acht Messerstichen im Rücken nahe der Landungsbrücke in Tokyo Bay gefunden. Berichten zufolge war der freiberuflich tätige Journalist seit dem 5. September als vermisst gemeldet. Someya hatte Untersuchungen über das organisierte Verbrechen in Tokio unter dem Pseudonym Kuragaki Kashiwabara angestellt. Ausserdem hatte er im Juli 2003 ein Buch über kriminelle chinesische Gruppen im Rotlichtmilieu Tokios veröffentlicht. Der Mord an Someya wird untersucht. Von örtlchen Behörden verlautete jedoch, dass er mehreren Bekannten Geld schuldete.

Kambodscha (1)

Chuor Chetharith wurde am 18. Oktober beim Verlassen seines Wagens vor dem Studio des Rundfunksenders Ta Prum in Phnom Penh von zwei unbekannten Männern erschossen. Er war stellvertretender Chefredakteur und zudem Mitglied der Oppositionspartei FUNCIPEC, die gegenwärtig Gespräche zur Bildung einer Koalitionsregierung mit der kamdodschanischen Volkspartei führt.

Nepal (3)

Binod Sajana Chaudhary wurde am 27. September nach Überprüfung seines Personalausweises von nepalesischen Sicherheitskräften durch einen Schuss aus nächster Nähe getötet. Zum Zeitpunkt des Vorfalls befand er sich in Begleitung eines maoistischen Aktivisten. Örtliche Sicherheitsquellen behaupten, der Journalist und der maoistische Aktivist seien bei einem bewaffneten Zusammenstoss zu Tode gekommen. Chaudhary war als Reporter für die Wochenzeitschrift „Nepalgunj Express" im westlichen Bezirk Kailali tätig.

Gyanendra Khadka, wurde am 7. September von maoistischen Rebellen während der Teilnahme an einem Lehrer-Eltern-Treffen in einer Schule in Jyamire im östlichen Distrikt Sindhupalchowk ermordet. Khadka war Korrespondent der staatlichen Nachrichtenagentur Rastriya Samachar Samiti und arbeitete zudem als Teilzeitlehrer. Berichten zufolge führten die maoistischen Rebellen den Journalisten auf ein nahegelegenes Feld, wo er mit den Händen an einen Pfosten gefesselt und ihm die Kehle durchgeschnitten wurde. Ein Motiv für den Mord ist nach wie vor nicht bekannt.

Amar Lama, Geschäftsführer der Wochenzeitschrift „Tajakhabar", wurde am 27. Juli von Unbekannten aus dem Büro der Zeitung entführt und in einer Stadt südlich von Kathmandu ermordet. Nach Augenzeugenberichten konnte Lama noch fliehen, wurde aber nach einer Verfolgungsjagd von den Tätern eingeholt und aus nächster Nähe erschossen. Das Tatmotiv ist weiterhin unbekannt. Lama, der Mitglied der Nepalesischen Kongreßpartei war, hatte bereits früher unter der Anschuldigung des Mordes fünf Jahre im Gefängnis eingesessen.

Pakistan (2)

Ameer Bux Barohi, wurde von unbekannten Männern am 3. Oktober in der Stadt Schikarpur mit fünf Schüssen getötet. Barohi war als Reporter für die grösste sindhisprachige Tageszeitung „Kawish“ in der Provinz Sindh tätig. Berichten zufolge hatte er kurz vor den Schüssen einen Wortwechsel mit drei Männern. Das Motiv für den Mord an dem Journalisten ist weiterhin unklar. Barohi war aber bekannt für seine Behandlung heikler Themen.

Fazal Wahab wurde am 21. Januar im Mingora von vier bewaffneten Männern erschossen. Wahab, ein Autor, der die radikale islamische Geistlichkeit häufig kritisierte, hatte die Polizei über ihm zugegangene Morddrohungen informiert, ohne dass ihm Schutz gewährt worden wäre. Die örtliche Polizei behauptet, dass Ermittlungen in dem Mordfall begonnen hätten. Pakistans Menschensrechtskommssion sagt hingegen, dass die Polizei nichts unternommen hätte, um Wahabs Mörder zu finden. Die Kommission hat eigene Untersuchungen in dem Mordfall eingeleitet.

Philippinen (7)

Nelson Nadura wurde am 2. Dezember von zwei unerkannt entkommenen Männern in der Stadt Masbate erschossen. Der Überfall erfolgte kurz nachdem er den Rundfunksender DYME auf seinem Motorrad verlassen hatte. Dort war er Moderator der regelmässig ausgestrahlten Sendung „Opinion Publico”. Ein Tatmotiv ist zwar noch nicht ermittelt worden, aber nach Angaben der Polizei könnten hinter dem Attentat Naduras frühere Verbindungen zu der New People’s Army stehen, einer seit 1969 gegen die Regierung kämpfenden Guerrillaorganisation.

Juan „Jun" Pala wurde am 6. September von Unbekannten ermordet, als er sich in Begleitung eines Leibwächters in Davao City auf dem Weg nach Hause befand. Die Täter hatten von einem Motorrad aus neun Schüsse auf ihn abgegeben. Pala, Moderator der Sendung „Isumbong Mo Kay Pala" (Sagt es Pala) des Rundfunksenders DXGO, war vor seinem Tod bereits mehrmals das Ziel von Übergriffen gewesen. Nachdem der Journalist im April 2003 durch Schüsse während einer Taxifahrt verletzt worden war, hatte er seine Sendung Zuhause aufgezeichnet. Die Gründe für seinen Mord sind unklar. Pala war jedoch nicht nur bekannt für seine Kritik an den kommunistischen Rebellen, sondern in den letzten Jahren hatte er seine Sendung auch auf die Aufdeckung von Korruption unter lokalen Politikern ausgerichtet.

Rico Ramirez wurde am 20. August von der Polizei am Strassenrand in der Stadt San Francisco in der Provinz Agusan del Sur aufgefunden. Der Journalist, Reporter beim Rundfunksender DXSF, wurde Berichten zufolge in der Nähe des Rundfunksenders von zwei Männern in den Rücken geschossen. Der Leiter des Büros war Zeuge des Vorfalls. Ein Motiv konnte bisher nicht ermittelt werden. Vermutungen zufolge steht der Mord an dem Journalisten im Zusammenhang mit dessen kürzlich geäusserter Kritik an dem lokalen organisierten Verbrechen und an Drogenhändlern.

Noel Villarante wurde am 19. August von zwei Unbekannten in seinem Haus in Santa Cruz, Provinz Laguna, erschossen. Berichten zufolge konnte sich der Rundfunkjournalist Villarante nach ersten Schüssen noch ins Haus retten. Bei dem Versuch seiner Familie, ihn ins Krankenhaus zu bringen, starteten die Täter erneut einen Angriff, bei dem Villarante aus nächster Nähe erschossen wurde. Der für den lokalen Rundfunksender DZJV sowie für die Lokalzeitung „Laguna Score" tätige Journalist hatte die Regionalbehörden häufig wegen Korruption kritisiert und sich gegen illegale Glücksspiele ausgesprochen.

Bonifacio Gregorio wurde am 8. Juli von unbekannten Tätern vor seinem Haus in La Paz mit drei Kopfschüssen getötet. Gregorio, Reporter für die lokale Wochenzeitschrift „Dyaryo Banat", war vormals Gemeindevorsteher und hatte drei Jahre lang für die Lokalzeitung gearbeitet. Nach ersten polizeilichen Untersuchungsergebnissen ist das Attentat von einem gedungenen Mörder verübt worden, der nach der Tat zu Fuss floh. Gregorio war wegen seiner Kritik am Bürgermeister von La Paz, Dionisio Manuel, wegen dessen illegaler Aktivitäten bekannt. Der Bürgermeister hat jegliche Beteiligung an dem Journalistenmord abgestritten.

Apolinario "Polly" Pobeda, Rundfunkmoderator der Sendung „Wer sind sie?" bei DWTI-AM in Lucena-Stadt, wurde am frühen Morgen des 17. Mai auf dem Weg zur Arbeit auf seinem Motorrad ermordet. Unbekannt entkommene Täter hatten sieben Schüsse auf ihn abgegeben, Pobeda wurde auf schnellstem Weg ins Krankenhaus gebracht, bei der Ankunft konnte aber nur noch der Tod festgestellt werden. Lokalen Quellen zufolge könnte der Mord wegen der hartnäckigen Kritik des Journalisten an korrupten Kommunalbeamten politisch motiviert gewesen sein.

John Villanueva wurde am Abend des 28. April aus einem Hinterhalt von zwei bewaffneten Männern überfallen. Der Journalist, Radiosprecher beim Rundfunksender DZGB in Legaspi-Stadt, befand sich bei dem Überfall auf dem Heimweg zu seiner nur 200 Meter entfernten Wohnung in Camalig. Villanueva starb eine Stunde später im Krankenhaus. Ein Motiv ist bisher nicht bekannt. Örtliche Beamte behaupten, der Journalist sei der Unterstützung der kommunistischen Guerilla verdächtig.

Thailand (1)

Surapong Ritthi, 43 Jahre alter Korrespondent des unabhängigen Fernsehsenders Channel 3 und ‘Thai Rath‘ in der Südprovinz Phuket, wurde am 12. Februar nahe Patong-Beach auf der Insel Phuket erschossen. Ein unbekannter Mann war Ritthi in einen Lebensmittelladen gefolgt und hatte ihn dort durch zwei Schüsse in den Kopf getötet. Der Täter konnte fliehen. Niemand hat sich zu dem Anschlag bekannt. Ritthi hatte in der Vergangenheit über illegale Machenschaften im örtlichen Unterhaltungs- und Glücksspielgewerbe berichtet. Zudem hatte er Kenntnis von mehreren Wirtschaftsskandalen in der Region. Ein Motiv für den Mord hat die örtliche Polizei bisher nicht ermitteln können, schliesst aber persönliche Motive für die Tat nicht aus.
 

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