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Irak (15)

Ahmed Shawkat wurde am 28. Oktober in Mosul im Norden Iraks von einem Unbekannten erschossen. Shawkat, Herausgeber der irakischen Wochenzeitschrift „Bilah Ittijah” (Richtungslos), war ausserdem Korrespondent von Agence France-Presse. Berichten zufolge folgten der Attentäter und ein Komplize dem Journalisten auf das Dach des Bürogebäudes, wo sie ihn durch Schüsse töteten. Nach Angaben der Tochter Shawkats hatte ihr Vater in den Wochen vor dem Mord Drohbriefe mit der Aufforderung erhalten, seine Zeitschrift zu schliessen. Der Mord wird von der örtlichen Polizei untersucht.

Mazen Dana, ein Reuters Kameramann, wurde am 17. August von Maschinengewehrfeuer eines US-Panzers während des Filmens vor einem irakischen Gefängnis getötet. Nach Angaben von Danas Tontechniker hatte Dana das Filmen im Bereich des Gefängnisses in Abou Ghraib nahe Bagdad bei den US-Truppen beantragt und genehmigt bekommen. Offiziellen amerikanischen Stellen zufolge war die Kamera des Journalisten von den Soldaten mit einem raketengetriebenen Granatenabschussgerät verwechselt worden.

Jeremy Little starb am 6. Juli an den Verletzungen, die er in Falluja als Passagier in einem Fahrzeug erlitten hatte, das von einer raketengetriebenen Granate getroffen wurde. Angeblich war es die Tat irakischer Aufständischer. Little, ein für den amerikanischen Sender NBC tätiger Tontechniker, war bei der Dritten US-Infanteriedivision eingebettet. Er wurde in einem amerikanisches Hospital in Deutschland ausgeflogen, wo er an einer Infektion nach einer Operation starb. Little, australischer Staatsbürger, hatte sechs Jahre für das amerikanische Nachrichtenprogramm ‘Today‘ vor seiner Tätigkeit für NBC im Mai 2003 gearbeitet.

Richard Wild wurde am 5. Juli aus nächster Nähe erschossen, als er in einer dichten Menge vor dem irakischen Historischen Nationalmuseum in Bagdad stand. Der 24 Jahre alte freiberufliche Journalist war zwei Wochen vor seinem Tod in Irak eingetroffen. Es war seine erste Auslandstätigkeit, nachdem er sechs Monate als Bildrechercheur bei der Nachrichtenagentur ITN in London, England, gearbeitet hatte. Bislang sind weder Erkenntnisse über das Tatmotiv noch über die Täter bekannt.

Mario Podesta, altgedienter argentinischer freiberuflicher Journalist, wurde bei einem Autounfall am 18. April auf der Strasse zwischen Amman in Jordanien und Bagdad, nur 40 Kilometer von der Hauptstadt entfernt, bei einem Einsatz für den argentinischen Fernsehsender „America TV" getötet. Unfallursache war ein geplatzter Reifen. Der Journalist gehörte zu einem Konvoi, der Bagdad noch vor Dunkelheit erreichen wollte. Podesta war sofort tot. Unbestätigten Berichten zufolge war kurz vor dem Unfall Geschützfeuer in der Nähe zu hören gewesen. Ein BBC-Dolmetscher starb ebenfalls bei dem Unfall.

Veronica Cabrera, agentinische Kamerafrau, wurde am 18. April bei einem Autounfall auf der Strasse zwischen Amman in Jordanien und Bagdad, nur 40 Kilometer von Bagdad entfernt, bei einem Einsatz für „America TV" getötet. Unfallursache war ein geplatzter Reifen. Die Journalistin reiste in einem Konvoi, der Bagdad noch vor Dunkelheit erreichen wollte. Veronica Cabrera starb im Krankenhaus an den Folgen der bei dem Unfall erlittenen Verletzungen. Unbestätigten Berichten zufolge war kurz vor dem Unfall Geschützfeuer in der Nähe zu hören gewesen.

Taras Protsyuk, ein Reuters Kameramann, starb am 8. April, als das Hotel, in dem er untergekommen war, von einem US-Panzergeschoss getroffen wurde. Das Geschoss traf das 15. Stockwerk des Hotels Palestine, das vielen ausländischen Journalisten in Bagdad als Unterkunft dient. Protsyuk, ukrainischer Staatsbürger, starb in einem Krankenhaus. Die Berichte über den Beschuss sind widersprüchlich. US-Militärstellen behaupten, einer ihrer Panzer hätte das Hotel in Reaktion auf Heckenschützen- und Raketenfeuer beschossen. Andere in dem während des Beschusses in dem Gebäude anwesende Journalisten haben Berichten zufolge gesagt, dass sie kein von dem Hotel ausgehendes Feuer gehört hätten.

Jose Couso, ein Kameramann bei Telecinco, starb am 8. April, als das Hotel, in dem er untergekommen war, von einem US-Panzergeschosse getroffen wurde. Das Geschoss traf das 15. Stockwerk des Hotels Palestine, das vielen ausländischen Journalisten in Bagdad als Unterkunft dient. Couso, spanischer Staatsbürger, starb in einem Krankenhaus. Die Berichte über den Beschuss sind widersprüchlich. US-Militärstellen behaupten, einer ihrer Panzer hätte das Hotel in Reaktion auf Heckenschützen- und Raketenfeuer beschossen. Andere während des Beschusses in dem Gebäude anwesende Journalisten haben Berichten zufolge gesagt, dass sie kein von dem Hotel ausgehendes Feuer gehört hätten.

Tareq Ayoub, Korrespondent von Al Dschazira, starb am 8. April, als das Büro des Senders von zwei amerikanischen Flugkörpern getroffen wurde. Der jordanische Staatsangehörige, der ständiger Korrespondent des Senders in Amman in Jordanian war, wurde bei Ausbruch des Krieges nach Bagdad geschickt. Die US-Militärstellen sagten, der Beschuss sei ein Fehler gewesen. Al Dschazira hatte Berichten zufolge dem Pentagon genaue Angaben über den Standort des Büros gemacht und ausserdem das Gebäude deutlich mit einem grossen aussen angebrachten Banner mit dem Wort „TV“ gekennzeichnet. Der Fernsehsender in Abu Dhabi berichtete, dessen Büro in Bagdad sei ebenfalls von US-Bomben getroffen worden.

Julio Anguita Parrado, Korrespondent der spanischen Zeitung El Mundo, starb am 7. April, als das Fahrzeug von einem Flugkörper der irakischen Armee getroffen wurde. Bei dem Angriff befand er sich auf einer Fahrt zusammen mit Soldaten der US-Streitkräfte.

Christian Liepig, Korrespondent des deutschen Wochenmagazins Focus, starb am 7. April als das Fahrzeug von einem Flugkörper der irakischen Streitkräfte getroffen wurde. Er befand sich bei dem Angriff auf einer Fahrt zusammen mit Soldaten der US-Streitkräfte.

Michael Kelly kam am 4. April zu Tode, als sich das Fahrzeug, in dem er mitfuhr, bei dem Versuch überschlug, Artilleriefeuer auszuweichen. Kelly, für die Washington Post tätiger amerikanischer Journalist und Herausgeber des Magazins Atlantic Monthly, befand sich zu dem Zeitpunkt auf einer Fahrt mit der 3. Infanteriedivision. Auch ein Soldat wurde bei dem Vorfall getötet. Kelly war ein bekannter sich offen äussernder Kolumnist, der sich zuerst während des Golfkriegs 1991 einen Namen gemacht hatte, über den er als freier Journalist berichtete.

Kaveh Golestan wurde am 2. April nahe der Stadt Tifri beim Verlassen eines Fahrzeugs von einer Landmine getötet. BBC-Produzent Stuart Hughes, einer von drei weiteren Passagieren in dem Fahrzeug, erlitt bei dem Vorfall Verletzungen. Golestan war ein preisgekrönter freiberuflich tätiger Kameramann, der vom Teheraner BBC-Büro aus arbeitete.

Terry Lloyd wurde am 23. März durch das Feuer vermutlich eigener Truppen getötet, als er und drei weitere Journalisten in zwei Zivilfahrzeugen auf der Fahrt nach Basra in Querfeuer gerieten. Zwei weitere Medienmitarbeiter der britischen Fernsehgesellschaft, Kameramann Fred Nerac und Fixer Hussein Osman, werden noch vermisst. Lloyd, der kürzlich sein 20jähriges Berufsjubiläum bei ITN begangen hatte, war dienstältester Reporter des Senders. Lloyd besuchte Irak nicht zum ersten Mal - 1988 hatte er Saddam Husseins Massaker an 5.000 Kurden in der Stadt Halabja in Nordirak aufgedeckt.

Paul Moran wurde am 22. März nahe einem Kontrollpunkt im Nordosten Iraks durch ein Selbstmordattentat getötet, das anscheinend gegen Soldaten der PUK (Patriotische Union Kurdistans) gerichtet war. Moran, freiberuflicher Kameramann im Einsatz für die Australian Broadcasting Corporation (ABC), filmte nahebei und wurde von der Detonation sofort getötet. Nach Augenzeugenberichten wurde das Attentat von einem Taxifahrer ausgeführt, der dabei sein eigenes Fahrzeug in die Luft sprengte. Die PUK hatte kürzlich die Kontrolle über einen Teil der Nordostregion von Ansar Al-Islam errungen, einer von der amerikanischen Regierung als terroristische Organisation eingestuften Gruppe. Stützpunkte von Ansar Al-Islam waren in der Nacht vorher das Ziel von Bombenkampagnen gewesen. Bei dem Selbstmordanschlag wurden mindestens vier weitere Personen getötet und ein weiterer für ABC tätiger australischer Journalist verletzt.

Iran (1)

Zahra Kazemi starb am 11. Juli in einem Krankenhaus nach Verletzungen, die er im Gewahrsam der iranischen Behörden erlitten hatte. Der 54 Jahre alte freiberufliche kanadische Fotojournalist wurde Ende Juni beim Fotografieren eines Gefängnisses in Teheran verhaftet, in dem Teilnehmer an einer Studentendemonstration vom gleichen Monat eingekerkert waren. Während der Haft erlitt Kazemi eine Hirnblutung. Anfänglich behaupteten die Behörden, der Journalist sei an einem Schlaganfall gestorben, gaben später aber zu, dass die Hirnblutung eine Folge der Schläge während der Haft war.

Palästinensische Autonomiegebiete (2)

James Miller, mit Preisen ausgezeichneter Kameramann des britischen Fernsehens, wurde am 2. Mai in der Stadt Rafah im Gazastreifen durch Schüsse ermordet. Miller drehte einen Dokumentarfilm über das Leben palästinensischer Kinder unter der Intifada. Zum Zeitpunkt seines Todes filmte er israelische Soldaten bei der Zerstörung eines palästinensischen Hauses. Miller war am besten bekannt für seinen preisgekrönten Dokumentarfilm über das Leben in Afghanistan unter den Taliban „Unter dem Schleier". Der Schuss kam Berichten zufolge aus der Richtung israelischer Soldaten am Ort des Vorfalls. Die Filmstelle des Vorfalls zeigt Miller und zwei Mitarbeiter als sie eine weisse Fahne hochhaltend auf die israelischen Soldaten zugehen. Einer der drei Männer trug eine kugelsichere Weste mit der Aufschrift „TV" in Leuchtbuchstaben.

Nazih Darwazeh, freiberuflicher palästinensischer Kameramann, wurde am 21. April beim Filmen von Zusammenstössen zwischen israelischen Truppen und palästinensischen Jugendlichen in Nablus, West Bank, von israelischen Soldaten erschossen. Der für das palästinensische Fernsehen arbeitende Darwazeh gehörte zu einer Gruppen von Journalisten, die den Zusammenstoss filmten. Ein Fernsehfilm des Vorfalls zeigt, dass er eine leuchtend gelbe deutlich mit der Aufschrift „Presse“ versehene ärmellose Jacke trug. Nach Augenzeugenberichten, warfen die palästinensischen Jugendlichen Steine auf einen israelischen Panzer, als die Schüsse von dem Fahrzeug abgefeuert wurden. Ein Armeesprecher behauptete, das Fahrzeug sei nahe der Altstadt stecken geblieben, woraufhin Palästinenser anfingen, Steine und Benzinbomben zu werfen und so die Schüsse in die Menschenmenge auslösten.

 

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