-   Brasilien (3)

-   Guatemala (1)

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-   Kolumbien (6)

Brasilien (3)

Luiz Antonio Costa wurde am 23. Juli in Sao Bernardo, einem Vorort von Sao Paulo, bei der einer Arbeit für die Wochenzeitschrift „Epoca” aus nächster Nähe erschossen. Der Fotojournalist hatte über die Besetzung eines dem Autohersteller Volkswagen gehörenden Gebäudes durch Angehörige der Bewegung für Wohnungslose berichtet. Nach Augenzeugenberichten hatte der Täter angeblich versucht, Costas Kamera zu stehlen und ihn, als er Widerstand leistete, erschossen.

Nicanor Linhares Batista wurde am 30. Juli von einen Unbekannten erschossen, als er seine tägliche Sendung „Encontro Político" aufzeichnete. Berichten zufolge schoss der Täter mehrere Male auf Linhares aus nächster Nähe, bevor er vom Ort des Geschehens auf auf einem Motorrad flüchtete. Linhares, Besitzer und Moderator des Rundfunksenders Rádio Vale do Jaguaribe, im nordöstlichen Staat Ceará, starb auf dem Weg ins Krankenhaus. Ein Tontechniker des Senders war Zeuge des Mordes. Die lokalen Behörden untersuchen dem Vernehmen nach, ob es sich um einen Auftragsmord handelte. Ein Motiv für die Tat konnte bisher nicht festgestellt werden. Nach Angaben der brasilianischen Zeitung Diário do Nordeste hatte Batista bereits in der Vergangenheit Drohungen erhalten.

Edgar Ribeiro Pereira de Oliveira, Mitinhaber der Wochenzeitschrift „Boca do Povo",

wurde am 9. Juni von unbekannt entkommenen Tätern in Campo Grande im Staat Mato Grosso do Sul durch 15 aus einem Auto abgefeuerte Schüsse getötet.. „Boca do Povo" ist in der Region für die Berichterstattung über Korruption offizieller Stellen, über Drogenhandel und organisiertes Verbrechen bekannt. Nach Angaben des leitenden Untersuchungsbeamten Valmir Messa hatte Pereira de Oliveira von keinen Morddrohungen vor dem Überfall berichtet.

Guatemala (1)

Milton Oswaldo Martinez, Rundfunkjournalist und Student im Departement Huehuetenango, wurde am 25. Mai in einer Bergschlucht tot aufgefunden. Der für den Sender Ke Buena radio tätige Martinez war vier Tage vorher vermisst gemeldet worden. Lokalen Quellen zufolge waren die Behörden über sein Verschwinden in Kenntnis gesetzt worden, unternahmen aber nichts, um ihn zu finden.

Honduras (1)

Germán Antonio Rivas wurde am 26. November beim Parken seines Autos vor dem Fernsehsenders Corporación Maya Visión-Channel in der Stadt Santa Rosa de Copán von zwei Unbekannten erschossen. Obwohl Rivas, Geschäftsführer des Senders, bereits im Februar 2003 zwei Attentatsversuchen entkommen war, hatte die Polizei weder ein früheres Angebot zum Personenschutz wahrgenommen, noch hatte sie gründliche Ermittlungen durchgeführt. Ein Motiv für den Mord ist noch nicht festgestellt worden. Berichten zufolge könnte der Attentatsversuch vom Februar im Zusammenhang mit Rivas‘ Berichterstattung über Umweltschäden im Schmuggelgebiet an der Grenze zwischen Honduras und Guatemala stehen.

Kolumbien (6)

William Soto Cheng wurde am 18. Dezember von zwei Unbekannten bei der Ankunft an seinem Arbeitsplatz in Puerto de Buenaventura im Südosten Kolumbiens erschossen. Soto, ein Journalist mit über 15 Jahren Erfahrung, war Moderator eines Meinungsprogramms sowie von zwei Freizeitsendungen beim örtlichen Fernsehsender Telemar. Das Motiv für seine Ermordung ist bisher nicht bekannt. Allerdings hatte Soto seit Ende Oktober Telefondrohungen erhalten, nach denen er sich dem Vernehmen nach mit dem Gedanken trug, aus Buenaventura wegzugehen. Im Zusammenhang mit den Wahlen am 26. Oktober hatte er darüber berichtet, dass Polizei- und Militärangehörige bei der Auszählung der Stimmen an Unregelmässigkeiten beteiligt waren. Nach mehreren gegen ihn angestrengten Strafanzeigen hatte er seine Aussagen zurückgenommen und sich entschuldigt.

Juan Carlos Benavides Arevalo starb am 22. August als das Fahrzeug, in dem er mitfuhr, beschossen wurde, angeblich wegen der Unterlassung, an einem Kontrollpunkt anzuhalten. Es wird vermutet, dass der Kontrollpunkt nahe der Stadt Puerto Caicedo von Mitgliedern der Revolutionären Armee Kolumbiens (FARC) bewacht worden war. Benavides war Moderator einer Sendung für Manantial Estereo, einen Rundfunksender in der Stadt Sibundoy. Als sich der Vorfall ereignete befand er sich auf dem Weg zu einer Berichterstattung über ein Treffen zwischen Präsident Álvaro Uribe und regionalen Führern in Begleitung mehrerer anderer Personen, u.a. einigen lokalen Politikern.

Jaime Rengifo Revero wurde am 29. April in Maicao, einer Stadt im Norden Kolumbiens, durch Schüsse getötet. Der Täter, der sich in Rengifos Hotel unter einem falschen Namen eingetragen hatte, feuerte fünf Schüsse auf den Reporter und floh dann mit einem Komplizen auf dem Motorrad. Rengifo war Inhaber der Verlagsgesellschaft El Guajiro und Direktor und Sprecher der Sendung „Periodistas en Accion", einem Vormittagsprogramm im Rundfunksender Olimpica, das schwerpunktmässig städtische Probleme behandelte. Rengifo hatte ausserdem Berichten zufolge in der Stadt tätige Verbrecher blossgestellt. Vor der Ermordung des Journalisten waren Graffiti an den Mauern der Stadthalle mit der Warnung zu sehen, der Journalist würde getötet. Rengifo, Sohn eines Direktors eines Rundfunksenders, hatte mehr als 20 Jahre als Journalist gearbeitet. Die örtliche Polizei, die eingeräumt hat, dass der Mord im Zusammenhang mit seinem Beruf als Journalist stehen dürfte, hat Untersuchungen eingeleitet.

Guillermo Bravo wurde am 28. April von unbekannten Tätern in seinem Haus in Neiva im Südwesten Kolumbiens ermordet. Der Direktor der Sendung "Hechos y Cifras", die sich mit Wirtschaftsanalyse befasst, wurde erschossen, als er an der Sendung in seinem Wohnzimmer arbeitete. Nach Auskunft seines Sohnes hatte Bravo bereits früher mehrere Drohungen erhalten. Eine Drohung hatte er einen Monat vor seiner Ermordung durch gedungene Killer erhalten, die ihn zum Verlassen der Region aufgefordert hatten, da er sonst getötet werden würde. Seinem Sohn zufolge hatte Bravo Beschwerde beim Security Administrative Department (DAS) in Neiva eingereicht. Kurz zuvor hatte er Unregelmässigkeiten im Zusammenhang mit einem Alkoholvertriebsvertrag untersucht. Bravo, der zwei Jahrzehnte als Journalist tätig war, hatte auch für die Tageszeitungen „La Republica" und „Tribuna del Sur" gearbeitet. 1980 wurde er mit dem nationalen Journalismuspreis ‘Simon Bolivar‘ ausgezeichnet. In den letzten Kommunalwahlen kandidierte er ausserdem für den Posten der Bürgermeisters und Stadtrates. Dem Vernehmen nach stand er linksorientierten politischen Bewegungen nahe. Eine Untersuchung des Mordes ist von DAS eingeleitet worden.

Jose Emeterio Rivas, Direktor von „Las Fuerzas Rivas", einem Anrufprogramm des Rundfunksenders Calor Estereo, wurde am 18. April beim Verlassen eines Restaurants in Barrancabermeja von unbekannten Tätern erschossen. Rivas, dessen strikte Ansichten und Kommentare von vielen als kontrovers angesehen wurden, hatte in seinen Sendungen häufig die Themen Korruption bei den Kommunalbehörden und Sicherheitsfragen zur Diskussion gestellt. Er hatte mehrere Todesdrohungen erhalten und stand seit Januar 2001 unter dem Schutzprogramm für Journalisten des Innen- und Justizministeriums. Ausserdem war ihm ein Polizeibeamter als Leibwächter zugeteilt worden. Obwohl er um Schutz rund um die Uhr gebeten hatte, wurde ihm dieser an Wochenenden nicht gewährt. Zum Zeitpunkt seines Todes war sein Fall Gegenstand der Untersuchung durch den Ausschuss für Risikobewertung zur Feststellung, ob der ihm gewährte Schutz hinreichend sei.

Luis Eduardo Alfonso Parada, Programmgestalter bei Radio Meridiano-70, wurde am frühen Morgen des 18. März vor seinem Büro in Arauca von Schüssen tödlich getroffen. Der Anschlag wurde von zwei Unbekannten verübt, die auf Alfonso vor dem Büro des Senders gewartet hatten und nach der Tat auf einem Motorrad flüchteten. Dies war nicht der erste Anschlag auf Mitarbeiter des Rundfunksenders. 2002 wurde Efrain Varela Noriega, Inhaber des Senders, ebenfalls bei einem vermutlich von Angehörigen paramilitärischer Gruppen verübten Anschlag durch Schüsse getötet. Wenige Tage vor seiner Ermordung hatte Varela die Hörer vor der Präsenz paramilitärischer Einheiten in der Region gewarnt. Alfonso hatte ausserdem über den Konflikt zwischen linksgerichteten Rebellen und rechtsgerichteten paramilitärischen Gruppen in der Region als freier Journalist für Kolumbiens grösste Tageszeitung El Tiempo berichtet. Seine Kritik richtete sich zwar gegen alle Konfliktparteien, besonders kritisch äusserte er sich aber über die Vereinigten Selbstverteidigungsgruppen Kolumbiens (AUC) - über deren Aktivitäten er oft in Einzelheiten berichtete. Er hatte bereits früher von der Gruppe Drohungen erhalten. Da Alfonso um sein Leben fürchtete, floh er nach dem Mord an Varela nach Bogota. Dort versuchte er ohne Erfolg, unter das Regierungsprogramm zum Schutz von Journalisten gestellt zu werden. Im November 2002 erschien Alfonsos Name dann auf einer in der Stadt Arauca von paramilitärischen Kämpfern verteilten Liste. Die dort Eingetragenen wurden mit Mord bedroht, wenn sie nicht „reformierten“. Die ermittelnden Stellen haben bisher keine Namen der Täter bekannt gegeben.

 

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