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Eritrea (17)

Zemenfes Haile
Inhaftiert: Januar 1999
Haile, Gründer und Geschäftsführer der privaten Wochenzeitung Tsigenay, wurde Anfang 1999 festgenommen und in das Arbeitslager Zara im Wüstengebiet des Landes eingeliefert. Angeblich hatte Haile seinen Militärdienst nicht abgeleistet; Quellen des CPJ zufolge war er dieser Pflicht jedoch bereits 1994 nachgekommen. Seit Haile gegen Ende des Jahres 2000 an einen unbekannten Ort gebracht wurde, haben Freunde und Verwandte nichts mehr von ihm gehört oder gesehen. Inländischen Quellen zufolge wurde von staatlicher Seite im Jahr 2003 behauptet, Haile sei jetzt dabei, seinen Wehrdienst abzuleisten.

Ghebrehiwet Keleta
Inhaftiert: Juli 2000
Keleta, Reporter bei der privaten Wochenzeitung Tsigenay, wurde im Juli 2000 auf dem Weg zur Arbeit von Sicherheitsbeamten entführt. Seither fehlt von ihm jede Spur. Die Gründe für die Festnahme sind nach wie vor ungeklärt, doch inländischen Quellen des CPJ zufolge sind die Verhaftung und fortgesetzte Inhaftierung Hailes Teil der staatlichen Kampagne zur Zerschlagung der Presse, die im September 2001 begann.

Selamyinghes Beyene
Inhaftiert: Herbst 2001
Beyene, Reporter bei der unabhängigen Wochenzeitung Meqaleh, ist seit seiner Festnahme im Herbst 2001 verschwunden. Warum er verhaftet wurde, hat das CPJ nicht feststellen können; es wird jedoch vermutet, dass Beyenes Inhaftierung Teil der staatlichen Kampagne zur Zerschlagung der Presse ist, die im September 2001 begann. Inländischen Quellen zufolge wurde von staatlicher Seite im Jahr 2003 behauptet, Beyene leiste seinen Wehrdienst ab.

Amanuel Asrat
Inhaftiert: September 2001

Medhanie Haile
Inhaftiert: 18. September 2001

Yusuf Mohamed Ali
Mattewos Habteab
Inhaftiert: 19. September 2001

Temesken Ghebreyesus
Said Abdelkader
Inhaftiert: 20. September 2001

Dawit Isaac
Seyoum Fsehaye
Inhaftiert: 21. September 2001

Dawit Habtemichael
Inhaftiert: ca. 21. September 2001

Fesshaye „Joshua“ Yohannes
Inhaftiert: 27. September 2001
Vom 18. September 2001 an wurden mindestens 10 inländische Journalisten von eritreischen Sicherheitskräften verhaftet. Zwei weitere flohen ins Ausland. Die Festnahmen erfolgten nicht einmal eine Woche nach dem plötzlichen Verbot aller in Privatbesitz befindlichen Zeitungen, angeblich zum Schutz der nationalen Sicherheit angesichts grösser werdender politischer Unruhen in dem kleinen Land am Horn von Afrika. CPJ-Quellen in der Hauptstadt Asmara zufolge waren das Zeitungsverbot und die anschliessende Verhaftungsaktion Teil eines gross angelegten Versuchs der Regierung, vor den Wahlen im Dezember 2001 politisch Andersdenkende zum Schweigen zu bringen. Die Wahlen wurden schliesslich ohne Angabe von Gründen abgesagt.

Hamid Mohammed
Saidia Ahmed
Saleh Aljezeeri
Inhaftiert: 15. Februar 2002
Wie Vertreter des CPJ im Rahmen einer Untersuchung in der Hauptstadt Asmara bestätigen konnten, waren Said, Journalist des eritreischen Staatsfernsehens ETV, Ahmed, Journalist beim arabisch-sprachigen Dienst von ETV und Aljezeeri, Journalist beim eritreischen Staatsrundfunk, ungefähr am 15. Februar desselben Jahres festgenommen worden. Ende 2003 befanden sich alle drei weiterhin in Haft. Die Gründe für die Festnahme sind unklar, doch sind inländische CPJ-Quellen davon überzeugt, dass die fortdauernde Inhaftierung Teil der staatlichen Kampagne zur Zerschlagung der Presse ist, die im September 2001 begann.

Aklilu Solomon
Inhaftiert: 8. Juli 2003
Am 27. Juni wurde Solomon, freiberuflicher Korrespondent des staatlichen US-Rundfunksenders Voice of America (VOA) in der Hauptstadt Asmara, von den inländischen Behörden die Akkreditierung entzogen, nachdem er über die Familien von Soldaten berichtet hatte, die im Krieg zwischen Eritrea und Äthiopien von 1998 bis 2000 gefallen waren. Am 8. Juli wurde Solomon in seinem Haus verhaftet und an einen unbekannten Ort gebracht. Wie später von Behördenseite mitgeteilt wurde, befinde sich Solomon im Militärausbildungslager Sawa, wo er seinen Pflichtwehrdienst ableisten solle. VOA zufolge besass Sawa jedoch Nachweise darüber, dass er einen Teil des Wehrdienstes bereits abgeleistet habe und ihm der Rest aus gesundheitlichen Gründen erlassen worden sei. Die Behörden hätten VOA mitgeteilt, sie würden diese Unterlagen prüfen.

Kamerun (1)

Eric Wirkwa Tayu
Inhaftiert: 28. Juli 2004
Tayu, Verleger der in der westlichen Stadt Kumbo herausgegebenen englischsprachigen Zeitung Nso Voice, wurde wegen Verleumdung des Bürgermeisters Donatus Njong Fonyuy angeklagt. Die Anklage bezog sich auf Artikel, in denen der Vorwurf der Korruption erhoben worden war. Tayu wurde zu fünf Monaten Gefängnis und einer Geldstrafe von 500.000 CFA (etwa US$893) verurteilt. Da Tayu die Geldstrafe nicht zahlen konnte, wurde seine Strafe um weitere fünf Monate verlängert.

Sierra Leone (1)

Paul Kamara
Inhaftiert: 5. Oktober 2004
Kamara, Herausgeber der Tageszeitung For Di People, wurde nach der Veröffentlichung von Artikeln im Oktober 2003 wegen „aufrührerischer Schmähschriften” gegen den Präsidenten Ahmad Tejan Kabbah zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. In den Artikeln war von einer auf das Jahr 1967 zurückgehenden Untersuchungskommission die Rede, die Anschuldigungen des Betrugs beim „Produce Marketing Board“ von Sierra Leone untersuchen sollte, als Kabbah dort Aufsicht führte. For Di People druckte ausserdem den Kommissionsbericht als Fortsetzung. Nach dem Urteilsspruch konnte die Zeitung mehrere Wochen lang nicht erscheinen.
 

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