-   Iran (1)

-   Marokko (1)

-   Sudan (1)

-   Tunesien (1)

Iran (1)

Akbar Ganji
Inhaftiert: 22. April 2000
Ganji, bekannter investigativer Reporter der nunmehr eingestellten reformfreundlichen Tageszeitung Sobh-e-Emrooz und Mitglied des Redaktionsausschusses der jetzt ebenfalls nicht eingestellten reformorientierten Tageszeitung Fath, wurde festgenommen und sowohl vor dem iranischen Pressegericht als auch vor dem Revolutionsgericht angeklagt. Der vor dem Pressegericht verhandelte Fall bezog sich auf Ganjis investigative Artikel über mehrere 1998 getötete Dissidenten und Intellektuelle, die auf hohe Sicherheitsbeamte und den früheren Präsidenten Haschemi Rafsandschani hindeuteten. Vor dem Revolutionsgericht wurde Ganji wegen seiner Propaganda gegen das islamische Regime bei einer Konferenz in Berlin im April 2000 und wegen seiner die nationale Sicherheit bedrohenden Kommentare über den Stand der Reformbewegung in Iran angeklagt. Der Stand des Verfahrens vor dem Pressegericht war Ende 2003 weiter unklar. Am 16. Juli 2001 verurteilte ein Berufungsgericht Ganji zu sechs Jahren Gefängnis.

Marokko (1)

Anas Tadili
Inhaftiert: 15. April 2004
Tadili, Herausgeber der Wochenzeitschrift Akhbar al-Ousboue (Nachrichten der Woche), wurde Ende September wegen der Verleumdung des Wirtschaftsministers Fathallah Oualalou zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Die Anklage stützte sich auf einen von Tadili im April 2004 veröffentlichten Artikel, in dem er behauptete, Oualalou sei homosexuell. Tadili verbüsste zum Zeitpunkt des Urteilsspruchs bereits eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten wegen Verstoss gegen Währungsbestimmungen, die am 15. April begann. Nach Angaben seines Anwalts liegen gegen Tadili mehrere Anklagepunkte wegen Verleumdung vor.

Sudan (1)

Hussein al-Kholaji, Alwan
Inhaftiert: 22. November 2004
Freigelassen: 5. Januar 2005
Al-Khojali, Herausgeber der Tageszeitung Alwan, einer der oppositionellen „Partei Nationaler Volkskongress” nahestehende Zeitung, wurde zwei Monate nach seiner Freilassung im September von sudanesischen Behörden erneut festgenommen. Journalisten vor Ort sagten, al-Khojali wurde ursprünglich zusammen mit mehreren Mitgliedern der „Partei Nationaler Volkskongress“ nach Beschuldigung durch die Behörden, dass die Partei einen Staatsstreich in die Wege geleitet habe, festgenommen. Sudanesischen Journalisten zufolge wurde al-Khojali wegen eines von ihm geschriebenen Artikels festgenommen, in dem er die Darstellung des angeblich geplanten Umsturzes durch die Regierung widerlegte. Nach Berichten erfolgte die zweite Festnahme nachdem al-Khojali weitere regierungskritische Artikel geschrieben hatte.

Tunesien (1)

Hamadi Jebali
Inhaftiert: Januar 1991
Jebali, Herausgeber der jetzt geschlossenen Wochenzeitschrift der verbotenen islamischen Al-Nahda-Partei, wurde am 28. August 1992 von einem Militärgericht zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt. Er wurde zusammen mit 279 weiteren Personen vor Gericht gestellt und der Mitgliedschaft in der Al-Nahda-Partei angeklagt. Jebali wurde der „Aggression mit der Absicht, die Staatsform zu verändern” und der „Mitgliedschaft in einer illegalen Organisation” für schuldig befunden. Jebali bestritt die gegen ihn vorgebrachten Klagebehauptungen und legte Beweismittel darüber vor, dass er während der Haft gefoltert worden sei. Jebali, der zu einem Jahr Gefängnis nach der Veröffentlichung eines Artikels in Al-Fajr verurteilt worden war, in dem die Abschaffung von Militärgerichten in Tunesien gefordert wurde, ist seit Januar 1991 in Haft.
 

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