-   Brasilien (2)

-   Dominikanische Republik (1)

-   Haiti (1)

-   Kolumbien (1)

-   Mexiko (4)

-   Nicaragua (2)

-   Paraguay (1)

-   Peru (2)

-   Venezuela (1)

Brasilien (2)

Jorge Lourenço dos Santos wurde am 11. Juni vor seinem Haus in der Kleinstadt Santana do Ipanema im Nordosten Brasiliens mit vier Schüssen ermordet. Dos Santos war sowohl Eigentümer als auch einer der Moderatoren des Rundfunksenders Criativa FM, den er von seinem Haus aus betrieb. Der Attentäter konnte unerkannt mit einem Auto flüchten. Örtlichen Berichten zufolge haben die Ermittlungsbehörden bestätigt, dass der Journalist Morddrohungen erhalten hatte und bereits zweimal das Ziel eines Mordversuchs gewesen war. Dem Vernehmen nach versucht die Polizei zu ermitteln, ob der Mörder politische Motive gehabt haben könnte, da dos Santos auch politisch aktiv war; in den Jahren 1996 und 2000 hatte er in der nahe gelegenen Stadt Major Isidoro für den Stadtrat kandidiert.

José Carlos Araújo wurde am 24. April beim Verlassen eines Aufnahmestudio seines Arbeitgebers, des im Nordosten Brasiliens beheimateten Rundfunksenders Timbaúba FM, von zwei Attentätern ermordet. Drei Tage später konnte die Polizei einen der mutmasslichen Täter verhaften. Örtlichen Medienberichten zufolge hat der 18-jährige Helton Jonas Gonçalves de Oliveira den Mord an Araújo gestanden. Der Journalist hatte ihn in seiner Sendung „José Carlos Entrevista“ beschuldigt, hinter mehreren Morden zu stecken. Immer wieder hatte Araújo in seiner Sendung die Existenz von Mördertrupps aufgedeckt und über die mutmassliche Beteiligung ortsansässiger Persönlichkeiten an Verbrechen berichtet. Angeblich hatte De Oliveira zusammen mit seinem Komplizen Marcelo Melo (22) für den Mord ein Motorrad gemietet.

Dominikanische Republik (1)

Juan Emilio Andújar Matos, Moderator der einmal wöchentlich ausgestrahlten Sendung „Encuentro Mil 60“ des Rundfunksenders Radio Azua und Korrespondent der in Santo Domingo ansässigen Tageszeitung „Listín Diario“, wurde am 14. September beim Verlassen einer Sendeanlage in der Stadt Azua von zwei Männern auf Motorrädern in den Kopf geschossen und tödlich verletzt. In der Sendung unmittelbar vor seiner Ermordung hatte sich Andújar mit einer Verbrechenswelle und einer Zunahme der Gewalt in den Auseinandersetzungen zwischen den örtlichen Banden und der Polizei befasst. Mindestens sechs andere Journalisten in der Stadt, die ebenfalls über die gewaltsamen Auseinandersetzungen berichteten, haben Morddrohungen erhalten und stehen derzeit unter Polizeischutz. Der Radioreporter Jorge Luis Sención, der Andújar zu Hilfe kam, wurde bei einem späteren Attentat angeblich von den gleichen Tätern angeschossen. Ihm musste der rechte Unterarm amputiert werden. Dem Vernehmen nach wurde einer der Männer später bei einem Feuergefecht mit der Polizei erschossen.

Haiti (1)

Ricardo Ortega wurde am 7. März in der Hauptstadt Port-au-Prince von zwei Schüssen in die Brust getroffen, als Unbekannte das Feuer auf Demonstranten eröffneten, die eine Anklage gegen den früheren Präsidenten Jean-Bertrand forderten. Der spanische Journalist, Korrespondent des spanischen Fernsehsenders Antena 3, erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen. Ortega begann seine berufliche Laufbahn bei der spanischen Nachrichtenagentur EFE in Moskau. Als Korrespondent für Antena 3 berichtete er über bewaffnete Konflikte in Tschetschenien, Sarajewo und Afghanistan sowie über die Terroranschläge in New York City am 11. September 2001

Kolumbien (1)

Oscar Alberto Polanco Herrera wurde am 4. Januar vor seinem Büro in der Stadt Cartago, etwa 200 Kilometer von Bogotá entfernt, von zwei Unbekannten erschossen. Polanco war Leiter der Lokalnachrichtensendung „CNC Noticias“ beim Fernsehsender Cable Unión de Occidente. Das Motiv für die Tat ist nicht bekannt.

Mexiko (4)

Gregorio Rodriguez, Fotograf der Zeitung „El Debate“ mit Ausgaben in den Städten Culiacan und Mazatlan, wurde am 27. November im Bundesstaat Sinaloa im Nordwesten des Landes von Unbekannten erschossen. Er hatte in einem Restaurant in der Gemeinde Escuinapa mit seiner Familie zu Abend gegessen, als sich mehrere Bewaffnete seinem Tisch näherten und das Feuer eröffneten. Rodriguez war sofort tot. Das Motiv für die Tat ist zwar noch unbekannt, doch sind im Bundesstaat Sinaloa bekanntermassen einige der wichtigsten Drogenbosse Mexikos zuhause.

Francisco Arratia Saldierna wurde am 31. August in der Stadt Matamoros im Bundesstaat Tamaulipas in Nordostmexiko entführt und zu Tode gefoltert. Saldierna war ein politischer Journalist, der oft über brisante Themen wie Korruption, Drogenhandel und organisiertes Verbrechen berichtete. Seine Kommentare wurden in vier Zeitungen der Region abgedruckt, nämlich „El Imparcial“, „El Regional“, „Mercurio“ und „El Cinco“. Berichten zufolge wurde Saldierna von Unbekannten aus seiner Garage gelockt und nur etwas mehr als eine Stunde später mit einem Schädelbruch, gebrochenen Fingern sowie Verbrennungen und Verletzungen an Oberkörper und Schultern vor der örtlichen Geschäftsstelle des Roten Kreuzes aufgefunden. Saldierna starb wenige Stunden darauf im Krankenhaus.

Francisco Javier Ortiz Franco wurde am 22. Juni in der Grenzstadt Tijuana von zwei Unbekannten niedergeschossen. Berichten zufolge hatte Ortiz Franco, Rechtsanwalt und Mitherausgeber der in Tijuana ansässigen Wochenzeitung „Zeta“, gerade mit seinen zwei Kindern eine Klinik für physikalische Therapie verlassen, als sich zwei Maskierte mit ihrem Fahrzeug neben den Wagen Ortiz Francos setzten und vier Schüsse auf den Journalisten abgaben, die ihn in Hals und Kopf trafen. Ortiz Franco starb noch am Tatort. Seine Kinder blieben unverletzt. Ortiz Franco gehörte zu den Gründern von „Zeta“ und war Mitglied des Redaktionsrates. Wie es heisst, war er an vielen Enthüllungsberichten der Zeitung beteiligt. Darüber hinaus gehörte Ortiz Franco einer gemeinsamen Arbeitsgruppe der mexikanischen Regierung und des Interamerikanischen Presseverbandes an, die den Auftrag hat, die offiziellen Ermittlungen und die Gerichtsverfahren in den Mordfällen Héctor Félix Miranda, Mitbegründer von „Zeta“, und Víctor Manuel Oropeza, Kolumnist der Tageszeitung „Diario de Juárez“, zu überwachen. Die behördlichen Ermittlungen im Fall Ortiz Franco sind im Gange, aber ein Motiv konnte noch nicht festgestellt werden. Berichten zufolge stellt die Zeitung auch eigene Ermittlungen an.

Roberto Javier Mora García wurde am 19. März nahe seiner Wohnung in der Kleinstadt Nuevo Laredo in der Nähe der Grenze zu den USA erstochen. Mora war Redaktionsleiter der Tageszeitung „El Mañana“ und Herausgeber der Wochenzeitung „North Mexico Business“. Er hatte sich durch die Veröffentlichung von Artikeln über das örtliche Drogenhandelskartell „Golfo“ einen Namen gemacht. Ein Motiv für die Tat konnte noch nicht ermittelt werden, doch hat die Polizei Diebstahl ausgeschlossen, da Mora Garcias Brieftasche, Uhr und Autoschlüssel am Tatort gefunden wurden.

Nicaragua (2)

María José Bravo wurde am 9. November vor einem Wahllokal in der Stadt Juigalpa, in dem die abgegebenen Stimmen ausgezählt wurden, durch Schüsse tödlich verletzt. Inländischen Quellen zufolge hatte Bravo, Korrespondentin der in Managua ansässigen Tageszeitung „La Prensa“, das Wahllokal gerade verlassen und beteiligte sich an einer Unterhaltung, als aus kurzer Entfernung einmal auf sie geschossen wurde. Sie wurde zwar noch ins Krankenhaus gebracht, aber schon bei der Ankunft für tot erklärt. Bravo hatte über Proteste gegen die Ergebnisse der Wahl am 7. November in zwei Gemeinden berichtet. „La Prensa“ zufolge hat die Polizei einen früheren Bürgermeister der Stadt El Ayote, Eugenio Hernández González, festgenommen und ihn als Hauptverdächtigen im Fall Bravo bezeichnet. Berichten zufolge hat sie bei Hernández ein Handfeuerwaffe vom Kaliber 38 sichergestellt. Von „La Prensa“ befragte Zeugen wollen gesehen haben, wie Hernández kurz vor Bravos Tod nach einer Waffe griff. Ob Bravo absichtlich erschossen wurde, und wenn ja warum, ist noch ungeklärt.

Carlos José Guadamuz wurde am 10. Februar bei der Ankunft an seiner Arbeitsstätte in der Hauptstadt Managua erschossen. Guadamuz, Moderator der Sendung „Dardos al centro“ beim Fernsehsender Canal 23, wurde beim Verlassen seines Wagens aus kürzester Entfernung niedergestreckt. Bei dem Täter, dessen Name mit William Hurtado García angegeben wurde, handelt es sich um einen ortsansässigen Kaufmann und Wachmann. Er wurde bei seinem Fluchtversuch gefasst und der Polizei übergeben. Guadamuz, früher ein hochrangiges Mitglied der oppositionellen Partei Frente Sandinista de Liberación Nacional (FSLN), wurde in den 1960-er Jahren wegen Widerstands gegen den nicaraguanischen Diktator Anastasio Somoza verhaftet. Er soll nach Aussagen von Familienangehörigen zwar Morddrohungen erhalten haben, aber ein Motiv für die Tat konnte noch nicht ermittelt werden.

Paraguay (1)

Samuel Román wurde am 20. April in der Ortschaft Coronel Sapucaia erschossen. Berichten zufolge wurde der Journalist von dreizehn Kugeln getroffen, als zwei Männer vor seinem Haus an einer Allee zwischen den Partnerstädten Coronel Sapucaia (Brasilien) und Capitán Bado (Paraguay) auf ihn feuerten. Der Brasilianer Román arbeitete seit 20 Jahren beim paraguayischen Rundfunk und war in Capitán Bado sehr bekannt. Er war Moderator einer Sendung mit dem Titel „Volkes Stimme“, in die er dem Vernehmen nach Hörer einlud, die sich dann aus ihrer Sicht zum politischen Leben äussern konnten. Örtlichen Presseberichten zufolge behandelte er in der Sendung aber auch Themen wie den Drogenhandel und die ungezügelte Kriminalität in der Region.

Peru (2)

Antonio de la Torre Echeandía wurde am 14. Februar auf dem Heimweg von einer Feier von zwei Männern überfallen und erstochen. De la Torre, Moderator des Rundfunksenders Radio Órbita in der Stadt Yungay im Norden des Landes, war ein entschiedener Kritiker Amaro Leóns, des Bürgermeisters der Stadt, dem er Bestechlichkeit vorwarf. Bevor de la Torre starb, konnte er Berichten zufolge noch einen der Täter als „El Negro“ identifizieren. „El Negro“ ist der Spitzname von Hipólito Casiano Vega Jara, der als Fahrer für das Büro des Bürgermeisters arbeitete. Im Jahr 2002 hatte de la Torre den Wahlkampf für León geleitet. Nach dessen Wahl wurde er zum Leiter der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit ernannt, trat aber schon drei Monate nach der Amtseinführung des Bürgermeisters zurück, als er auf mehrere mutmassliche Korruptionsfälle stiess. Die Polizei hat Vega verhaftet. Wegen Anstiftung zum Mord befinden sich dem Vernehmen nach auch León und seine Tochter in Haft.

Alberto Rivera Fernández wurde am 21. April von zwei Unbekannten an seinem Arbeitsplatz in der Stadt Pucallpa im Osten Perus ermordet. Der Journalist, früher Parlamentsabgeordneter und Präsident des Journalistenverbandes von Ucayali, arbeitete als Moderator der Sendung „Transparencia“, die täglich vom Rundfunksender Frecuencia Oriental ausgestrahlt wurde. Rivera nahm zwar wegen bestimmter Grundstücksgeschäfte bekanntermassen eine strikt ablehnende Haltung gegenüber Gemeinde- und Regionalbehörden ein, doch konnte bislang noch kein Tatmotiv ermittelt werden.

Venezuela (1)

Mauro Marcano wurde am 1. September auf dem Parkplatz seines Wohnhauses in der Stadt Maturín im Bundesstaat Monaga im Osten des Landes von Unbekannten erschossen. Marcano war Moderator der Sendung „De frente con el pueblo“ (Auge in Auge mit dem Volk) bei Radio Maturín. Darüber hinaus schrieb er einmal pro Woche die Kolumne „Sin bozal“ (Ohne Maulkorb) für die in Maturín ansässige Tageszeitung „El Oriental“. Dem Vernehmen nach wurde neben Marcanos Leihe eine Handfeuerwaffe gefunden, die ihm selbst gehörte. Zum Zeitpunkt seines Todes sass Marcano für die regionale politische Bewegung Fuerza Monaguense auch im Stadtrat. Aussagen von Kollegen zufolge prangerte Marcano sowohl in seiner Sendung als auch in seiner Kolumne vehement die Bestechlichkeit von Polizeibeamten und den Drogenhandel an. Mit seinen Berichten soll er auch schon dazu beigetragen haben, dass die Polizei Drogenhändler festnehmen konnte.
 

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