-   Bangladesch (4)

-   Indien (3)

-   Nepal (2)

-   Pakistan (1)

-   Philippinen (11)

-   Sri Lanka (3)

Bangladesch (4)

Diponkar Chakrabarty, leitender Redakteur der in bangladeschischer Sprache erscheinenden Tageszeitung „Durjoy Bangla“, fiel am Abend des 2. Oktober in der Kleinstadt Sherpur in der Provinz Rajshahi im Nordosten des Landes einem Attentat zum Opfer. Berichten zufolge griffen die Täter Chakrabarty mit Messern und Äxten aus einem Hinterhalt an und enthaupteten ihn. Zeugen wollen die Schreie Chakrabartys und mehrere davonrasende Motorräder gehört haben. Ein Motiv für die Tat ist nicht bekannt, aber internationalen Quellen zufolge wurde sie vermutlich von bezahlten Killern ausgeführt.

Kamal Hossain wurde am 22. August in der Stadt Manikcchari im Bezirk Chittagong im Osten des Landes entführt und getötet. Hossain war Korrespondent der Tageszeitung „Ajker Kagoj“ und Generalsekretär des Presseclubs von Manikchhari. Berichten zufolge brachen Bewaffnete am Morgen des zweiundzwanzigsten in das Haus des Journalisten ein. Dem Vernehmen nach konnte sich Hossain vor ihnen verstecken, gab jedoch auf, als sie seinen zwei Jahre alten Sohn zu töten drohten. Hossains Leiche wurde wenige Stunden später zwei Kilometer von seinem Haus entfernt gefunden. Der Journalist hatte unlängst mehrere Artikel über kriminelle Machenschaften verfasst und nur wenige Tage vor seinem Tod angeblich auch der Polizei dabei geholfen, einige Mitglieder einer einheimischen Verbrecherbande zu identifizieren. Hossain war neben seiner journalistischen Arbeit auch Ortsvereinsvorsitzender der Jugendorganisation der herrschenden Nationalpartei, der Jatiyatabadi Chhatra Dal, und hatte angeblich ebenfalls erst kürzlich einen Grundstücksstreit mit einem Nachbarn.

Humayun Kabir kam am 27. Juni bei der Explosion einer selbst gebastelten Bombe ums Leben. Kabir, Herausgeber der in bengalischer Sprache erscheinenden Regionalzeitung „Dainik Janmabhumi“ und Präsident des Presseclubs Khulna, wurde von einem Unbekannten überfallen, als er am Tor seines Hauses und zugleich Zeitungssitzes aus seinem Auto stieg, in dem auch seine Familie sass. Kabir erlitt tödliche Verletzungen an Unterleib und Beinen. Berichten örtlicher Quellen zufolge hat die Terrorgruppe „Janajuddha“ (Volkskrieg), eine Splittergruppe der kommunistischen Partei Purbo Banglar, die Verantwortung für den Anschlag übernommen.

Manik Saha starb am 15. Januar bei einem Bombenanschlag in der Stadt Khulna. Saha, Büroleiter der englischsprachigen Tageszeitung „New Age“ und freiberuflicher Korrespondent für die BBC, war in einer Rikscha unterwegs, als Unbekannte eine selbst gebastelte Bombe auf ihn warfen, bei deren Explosion er sofort tot war. Der Rikschafahrer wurde verletzt und ins Krankenhaus gebracht. Kollegen Sahas berichteten, er habe Jahre zuvor schon einmal Drohanrufe erhalten, nach ihrer Kenntnis in jüngerer Zeit aber nicht mehr. Saha hatte Artikel über die illegalen Machenschaften bewaffneter maoistischer Gruppen und Verbrecherbanden in Bangladesch veröffentlicht. Berichten zufolge hat die Terrorgruppe „Janajuddha“ (Volkskrieg), eine Splittergruppe der kommunistischen Partei Purbo Banglar, die Verantwortung für den Anschlag übernommen.

Indien (3)

Dilip Mohapatra, Redakteur der Zeitung „Aji Kagaj“, wurde am 9. November an einer Landstrasse nahe der Ortschaft Bhagirathipur an der Ostküste Indiens tot aufgefunden. Der Leichnam wies schwerste Schädelverletzungen auf, seine Hände und Füsse waren mit Klebeband zusammengebunden. Polizeiberichten zufolge waren die Kopfverletzungen entweder von einem schweren Gegenstand oder dadurch verursacht, dass Mohapatra von einem Auto überfahren wurde. Der Journalist war am Tag zuvor als vermisst gemeldet worden. Ob der Tod Mohapatras mit seiner beruflichen Tätigkeit zusammenhängt, konnte noch nicht ermittelt werden.

Asiya Jeelani starb am 20. April auf dem Weg ins Krankenhaus, nachdem ein mit Wahlbeobachtern besetzter Lieferwagen auf einer Landstrasse im nördlichen Kaschmir eine Explosion ausgelöst hatte. Die freiberuflich tätige Journalistin, die regelmässig Beiträge für Inlandszeitungen verfasste, engagierte sich auch in mehreren überstaatlichen Menschenrechtsorganisationen. Inländischen Quellen zufolge unterstützte sie zur Zeit ihres Todes die einheimische Dachorganisation „Koalition der Bürgergesellschaft“ bei einem Bericht über deren Beobachtungsarbeit. Möglicherweise, so die Quellen, habe sie auch eigene Wahlberichte verfasst.

Veeraboina Yadagiri, altgedienter Journalist und Korrespondent der telugusprachigen Tageszeitung „Andhra Prabha“, wurde am 21. Februar in der Nähe seiner Wohnung in der Stadt Medak im südlichen indischen Bundesstaat Andhra Pradesh erstochen. In inländischen Journalistenkreisen wird die Auffassung vertreten, die Ermordung sei eine Vergeltungsmassnahme für seine Artikel über den illegalen Verkauf von selbst gebranntem Schnaps gewesen, der unter dem Namen „Toddy“ bekannt ist. Yadagiri hatte in einer Artikelserie die mit dem Konsum dieses Branntweins verbundenen Gefahren beschrieben und die örtlichen Politiker beschuldigt, an dem Handel beteiligt zu sein. Ausserdem hatte der Journalist bei der Polizei Anzeige erstattet, nachdem er von einem in den Toddy-Handel verwickelten einheimischen Bauunternehmer bedroht worden war. Berichten einheimischer Quellen zufolge wurde Yadagiri am Abend seiner Ermordung zu einem Treffen mit mehreren Beteiligten des Toddy-Handels eingeladen. Im Anschluss an das Treffen sei der Journalist von mindestens drei anderen Anwesenden nach Hause begleitet worden. Einer dieser Begleiter soll mehrfach auf Yadagiri eingestochen haben und dann geflohen sein.

Nepal (2)

Badri Chadka wurde am 29. August im Bezirk Morang im Osten Nepals ermordet. Zur Tatzeit arbeitete der Journalist als Regionalkorrespondent für die Internetpublikation „Janadesh Weekly“, der Verbindungen zu den Rebellen der maoistischen Bewegung CPN nachgesagt werden. Die Verantwortung für die Tat wird unterschiedlich dargestellt. Manche Augenzeugen berichteten, Chadka sei in der Region Kalyanpur von Sicherheitskräften verhaftet und in der Haft gefoltert worden. In anderen Berichten hiess es, die staatlichen Sicherheitsbehörden hätten die Festnahme Chadkas bestritten und behauptet, der Journalist sei möglicherweise bei einem Feuergefecht zwischen ihnen und den Rebellen ums Leben gekommen.

Dakendra Raj Thapa starb mutmasslich am 11. August an einem schwer zugänglichen Ort im Bezirk Dailekh im äussersten Westen des Landes. Der Journalist und Menschenrechtsaktivist war am 26. Juni von Rebellen der Kommunistisch-maoistischen Partei Nepals (CPN-M) entführt worden. Dem Vernehmen nach hatten die Rebellen ihn beschuldigt, er spioniere sie aus und arbeite als Informant für die Sicherheitskräfte. Thapa war als Reporter für den staatlichen Rundfunk Nepals und als Berater der in Kathmandu ansässigen Gesellschaft für Menschenrechte und Frieden tätig. Berichten zufolge versuchen inländische Journalisten, die Leiche Thapas zu bergen.

Pakistan (1)

Sajid Tanol wurde am 29. Januar in der Kleinstadt Manshera im Nordwesten Pakistans erschossen. Hauptverdächtiger ist der Bürgermeister der Stadt, Khalid Javed.. Die Ursache für die Tat ist Berichten zufolge in einem Artikel zu suchen, den Tanol, Reporter der urdusprachigen Tageszeitung „Shumal“, über einen mutmasslich von Javed betriebenen illegalen Branntweinhandel geschrieben hatte. In Reaktion auf den Artikel hatte Javed am 27. Januar Verleumdungsklage gegen die Zeitung eingereicht. Zwei Tage später soll er den Journalisten am hellichten Tag erschossen haben und geflohen sein. Javed befindet sich noch auf freiem Fuss, doch hat die Polizei Berichten zufolge Javeds Bruder und Sohn als Komplizen festgenommen.

Philippinen (11)

Stephen Omaois, Autor der Gemeindezeitung „Guru Press“, wurde am 27. November am Rand der Stadt Tabuk in der abgelegenen Provinz Kalinga in einer Mülltonne erstochen aufgefunden. Berichten zufolge hatte Omaois Recherchen über ein öffentliches Bauvorhaben in einer Nachbarstadt angestellt. Die Polizei hat noch kein Tatmotiv ermitteln können, überprüft aber die Hinweise von Verwandten, Omaois sei am Tag vor seiner Ermordung entführt worden. Neben seiner Zeitungstätigkeit arbeitete Omaois als Journalist für den staatlichen Rundfunksender DZRK.

Allan Dizon wurde am 27. November in der zentralphilippinischen Stadt Cebu von einem Unbekannten zunächst aus kurzer Entfernung angeschossen. Als Dizon zu fliehen versuchte, schoss der Unbekannte ihn in den Rücken und verletzte ihn dabei tödlich. Der Täter entkam mit Hilfe eines Komplizen, der auf einem Motorrad auf ihn wartete. Dizon arbeitete als Korrespondent für die Zeitung „The Freeman“ und das Boulevardblatt „Banat News“. Das Tatmotiv ist unklar. Allerdings hatte der Journalist kurz vor seinem Tod einen Bericht über den Drogenhandel in einem benachbarten Stadtbezirk geschrieben. Die Polizei hat zur Untersuchung des Falles eine Sonderkommission eingesetzt.

Herson Hinolan, Sendeleiter und Kommentator des Rundfunksenders Bombo Radiyo in der Ortschaft Kalibo in der zentralphilippinischen Provinz Aklan, wurde am 13. November in den Toilettenräumen eines Ladengeschäfts der Ortschaft niedergeschossen. Zwei Tage später erlag der Journalist im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen an Armen und Oberkörper. Das Tatmotiv ist unklar, allerdings war Hinolan für seine spitzzüngigen Kommentare bekannt.

Gene Boyd Lumawag wurde am 12. November während eines Arbeitseinsatzes für die inländische Nachrichtenagentur Mindanews auf der Insel Jolo von einem Unbekannten erschossen. Lumawag war Fotograf und arbeitete an einem Bericht über das muslimische Fest Aid al-Fitr, das am Ende des Fastenmonats Ramadan gefeiert wird. Berichten zufolge hat die in der Sache ermittelnde Militärbehörde Mindanews mitgeteilt, dass sie hinter dem Anschlag eine „städtische Terrorgruppe“ vermute, die Verbindungen zu der Islamistengruppe Abu Sayyaf habe, die für einen unabhängigen islamischen Staat im Süden der Philippinen kämpft. Darüber hinaus haben örtliche Behörden angedeutet, dass die Ermordung des Journalisten auch mit dessen Korruptionsrecherchen zu tun haben könnte.

Eldy Sablas wurde am 19. Oktober in der Stadt Tandag von drei Schüssen in den Rücken getötet, als er auf einem dreirädrigen Motorrad den Parkplatz eines Supermarktes verliess. Einheimischen Journalisten zufolge war Sablas, der auch unter dem Namen Eldy Gabinales bekannt war und als Moderator der Sendung „Singgit sa mga Lungsuranon“ („Aufschrei des Volkes“) beim Rundfunksender Radio DXJR-FM in der Provinz Surigao del Sur auf der Südinsel Mindanao arbeitete, ein entschiedener Kritiker des Drogenhandels und des verbotenen Glücksspiels. Wie der regionale Polizeichef Rene Elumbaring den ausländischen Medien mitteilte, hat die Polizei die Ermittlungen aufgenommen.

Romeo (Romy) Binungcal, Korrespondent für die zwei in Manila ansässigen überregionalen Boulevardzeitungen „Remate“ und „Bulgar“, wurde am 29. September von Unbekannten erschossen, als er mit seinem Motorrad in der Provinz Bataan in der zentralphilippinischen Region Luzon auf dem Weg nach Hause war. Berichten zufolge vertreten einheimische Journalisten die Auffassung, der Mord an Binungcal sei eine Vergeltungsmassnahme für seine Berichte über Korruption bei der Provinzpolizei gewesen. Binungcal war neben seiner journalistischen Arbeit zwar auch als Geschäftsmann tätig, sein Bekanntheitsgrad beruhte aber auf seinen Berichten über Behördenkorruption.

Fernando Consignado wurde am 12. August in seiner Wohnung in der Stadt Nagcarlan, etwa 75 Kilometer südlich Manilas, mit einer Schusswunde im Kopf tot aufgefunden. Der Journalist war Lokalkorrespondent des in Manila ansässigen Rundfunksenders Radio Veritas. Die örtlichen Behörden haben Ermittlungen aufgenommen, doch das Tatmotiv ist unklar.

Arnel Manalo wurde am frühen Morgen des 5. August in der Stadt Bauan etwa 100 Kilometer südlich Manilas von Unbekannten in seinem Auto angeschossen, nachdem er seine Kinder zur Schule gebracht hatte. Einem Augenzeugenbericht zufolge näherten sich zwei Männer auf einem Motorrad Manalos Wagen. Der Sozius habe zwei Schüsse auf den Journalisten abgegeben, die ihn in Gesicht und Hals getroffen hätten. Dem Vernehmen nach hat die Polizei in Manalos Wagen zwei Geschosse des Kalibers 45 gefunden. Der Journalist wurde ins Krankenhaus gebracht, wo jedoch nur noch sein Tod festgestellt werden konnte. Das Tatmotiv ist noch ungeklärt.

Rogelio „Roger“ Mariano wurde am 31. Juli in der Stadt Laoag von Unbekannten erschossen. Mariano, Kommentator des Rundfunksenders DZJC Radyo Natin-Aksyon Radyo, war nach Feierabend mit seinem Motorrad auf dem Weg nach Hause, als er von mehreren Schüssen in Kopf und Rücken getroffen wurde. Zwar liegt das Tatmotiv noch im Dunkeln, doch halten es einheimische Journalisten dem Vernehmen nach für möglich, dass Marianos Tod mit seinen Kommentaren im Zusammenhang steht. Darin hatte er sowohl das illegale Glücksspiel in der Stadt als auch finanzielle Unregelmässigkeiten in einer einheimischen Elektrogenossenschaft angeprangert. Die Behörden haben die Ermittlungen aufgenommen.

Eliseo („Ely“) Binoya, Journalist beim Rundfunksender Radyo Natin, wurde am 17. Juni auf einer Landstrasse am Rand der Stadt General Santos auf der Südinsel Mindanao von zwei Unbekannten auf einem Motorrad mit mehreren Schüssen von hinten niedergestreckt. Dem Vernehmen nach hatten sie Binoya, der ebenfalls mit einem Motorrad unterwegs war, aufgelauert. Ob der Mord an Binoya mit seinen Rundfunkkommentaren zusammenhängt, ist unklar. Die behördlichen Ermittlungen sind im Gange.

Ruel Endrinal wurde am 11. Februar in der Stadt Legazpi im Osten der Philippinen von zwei Unbekannten erschossen, als er sich von zu Hause auf den Weg zu seiner Arbeitsstätte machen wollte. Endrinal war Moderator einer politischen Meinungssendung des Rundfunksenders DZRC, in der er sich in deutlichen Worten über Lokalpolitiker und Verbrecherbanden äusserte. Ausserdem gab Endrinal die Regionalzeitung „Bicol Metro News“ heraus. Dem Vernehmen nach hatte er vor seinem Tod Morddrohungen erhalten.

Sri Lanka (3)

Kandasamy Iyer Balanadarajah wurde am 16. August in der Hauptstadt Colombo von zwei Unbekannten erschossen. Kandasamy, der auch unter dem Pseudonym Sinna Baia arbeitete, war Korrespondent der tamilischen Wochenzeitung „Thinamurasu“ und Sprecher der Eelam Peoples Democratic Party (EPDP). Das Motiv für seine Ermordung ist noch nicht bekannt, doch wird in einheimischen Kreisen gemutmasst, dass die Tamilen-Guerillabewegung Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) die Erschiessung als Vergeltungsmassnahme dafür angeordnet haben könnte, dass die EPDP die Bemühungen einer LTTE-Splittergruppe zur Gründung einer politischen Partei unterstützt hat.

Aiyathurai Nadesan wurde am 31. Mai in der Stadt Batticaloa an der Ostküste Sri Lankas von Unbekannten erschossen. Er befand sich auf dem Weg zur Arbeit. Nadesan, ein altgedienter tamilischer Journalist, der unter dem Pseudonym Nellai G. Nadesan schrieb, arbeitete schon seit 20 Jahren für die tamilischsprachige Tageszeitung „Virakesari“. Er war ein ausgemachter Kritiker der Regierung und der Sicherheitskräfte und war dem Vernehmen nach vor seiner Ermordung schikaniert und bedroht worden. Bislang hat keine Gruppierung die Verantwortung für die Tat übernommen.

Lanka Jayasundara wurde am 11. Dezember Opfer eines Granatangriffs auf ein Musikkonzert, das Kontroversen verursacht hatte, weil es am Todestag eines buddhistischen Geistlichen stattfand. Jayasundara befand sich dort im Arbeitseinsatz für das Verlagshaus Wijeya, das als Sponsor der Veranstaltung auftrat und mehrere englisch- und sinhalasprachige Zeitungen und Zeitschriften herausgibt. Örtlichen Meldungen zufolge stand Jayasundara zwischen Bühne und VIP-Bereich, als die Granate explodierte. Bislang hat keine Gruppierung die Verantwortung für die Tat übernommen.

 

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