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Belarus (1)

Veronika Tscherkassowa, eine bekannte Journalistin der in Minsk beheimateten Oppositionszeitung „Solidarnost“, wurde am 20. Oktober in ihrer Wohnung in Minsk mit 20 Messerstichen zumeist in den Hals ermordet. Örtlichen Berichten zufolge fand die Polizei keinerlei Hinweise auf einen Einbruch oder auf gestohlene Gegenstände. Tscherkassowa schrieb in erster Linie über Soziales und Kulturelles, gelegentlich aber auch über politisch brisante Themen wie Drogenmissbrauch. Zum Zeitpunkt ihres Todes sammelte sie angeblich Material für einen Artikel über die Arbeit religiöser Sekten in Weissrussland.

Russland (3)

Pail Pelojan wurde am 17. Juli an einer Landstrasse ausserhalb Moskaus tot aufgefunden. Der armenische Journalist hatte bei der in Moskau erscheinenden russischsprachigen Zeitschrift „Armyanski Pereulok“ (Der armenische Weg) gearbeitet, die in erster Linie über armenische Kunst und Literatur berichtet. Pelojans Leichnam wies Abschürfungen im Gesicht, einen Schädelbruch sowie Spuren von schweren Schlägen und mehreren Messerstichen auf. Da Geld, Unterlagen und ein Reisepass bei der Leiche gefunden wurden, schliesst die Polizei einen Raubmord aus.

Paul Klebnikow wurde am Abend des 9. Juli beim Verlassen seines Büros in Moskau von Unbekannten mit vier Schüssen getötet. Klebnikow, ein Amerikaner russischer Abstammung, war Herausgeber der russischen Ausgabe des Magazins „Forbes“. Darüber hinaus war er Autor eines im Jahr 2001 erschienenen, sehr umstrittenen Buches über Boris Beresowski, einen der einflussreichsten Geschäftsleute des Landes. Inländischen Berichten zufolge wurden am Tatort Patronenhülsen unterschiedlichen Kalibers gefunden, was auf mindestens zwei Täter hindeute. Die Moskauer Polizei hat dem Vernehmen nach die Ermittlungen in dem Mordfall aufgenommen.

Adlan Chasanow kam am 9. Mai bei einer Bombenexplosion in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny ums Leben. Chasanow, Kameramann der britischen Nachrichtenagentur Reuters, war eines von sechs Opfern, unter denen sich auch der tschetschenische Präsident Achmad Kadyro befand. Der Kameramann hatte über eine Siegesparade im Dynamo-Stadion berichtet, bei der einmal jährlich dem Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland gedacht wird. Die Bombe war in einem Betonpfeiler unter dem VIP-Bereich des Stadions deponiert. Die tschetschenische Polizei hat dem Vernehmen nach fünf Verdächtige festgenommen.

Serbien und Montenegro (1)

Dusko Jovanovic wurde am frühen Morgen des 28. Mai in der montenegrinischen Hauptstadt Podgorica von Unbekannten durch Schüsse verletzt. Jovanovic, Verleger und Chefredakteur der oppositionellen Tageszeitung „Dan“, wurde in Kopf und Brust getroffen, als er vor dem Zeitungsgebäude in sein Auto steigen wollte. Er wurde ins Krankenhaus eingeliefert und operiert, starb aber weniger Stunden später. Dem Vernehmen nach hatte Jovanovic einen Monat zuvor eine vage Morddrohung erhalten; ein Grund für die Tat konnte dennoch bislang nicht ermittelt werden.
 

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